Nannte Steinbrecht sie nicht Blender und Tölpel?

„Rollkur“, „Hyperflexion“, „LDR“.
Die gesundheitlichen Schäden sind bekannt und ich will hier nicht auch noch darauf eingehen.
Schon immer haben Menschen versucht, Pferde durch irgendeine schnelle Methode zu Leistungen zu bringen. Auch dieses extreme Überzäumen ist nicht neu. Immer wieder ist man auf den richtigen Pfad zurückgekehrt, weil es nicht nur die Tiere verbraucht (man verzeihe mir dieses Wort, aber früher war man in Kavallerie und Selbstverteidigung auf die Pferde angewiesen), sondern auch weil es schlicht und ergreifend nicht zielführend ist.

Dr. Reiner Klimke: „Das tötet jeden Drang nach vorne, so kann man ein Pferd abrichten und gehorsam machen, aber die Geschmeidigkeit geht verloren. Der Rücken ist fest, die Hinterhand ist hoch, es geht alles auf die Vorhand. Wer meint, er könne ein Dressurpferd ausbilden, in dem er ihm den Kopf herunterzieht, der wird mit diesem Bild enden. Das ist falsch.“ mehr

Für mich sind solche Reiter Stümper, so wie sie von jeher von den wahrhaft großen Meistern bezeichnet werden.

Also, Ihr Stümper, Ihr denkt Ihr seid die Besten hier,
aber die Mädels hinter den Bergen
mit ihren kleinen Pferden
reiten tausendmal besser als Ihr!

(Das Video bis zum Ende ansehen!)

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Habe ich wirklich so lange geschlafen?

DAS wollt Ihr Euren Pferden nicht wirklich antun.

DAS wollt Ihr Euren Pferden nicht wirklich antun.

„Das Pferd muss so fein an den Zügelhilfen gehen, dass allein das Gewicht des Zügels ausreicht um es in die Versammlung zu bringen.“ Dieser Satz hat mein Reiterleben begleitet und obwohl er sich gleichsam in meine Seele brannte, ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, wer ihn zu mir sagte.
Für mich war er der Schlüsselsatz in der hohen Kunst der Reiterei. Zügelziehen galt als barbarisch. Doch welche Bildern kann man nun im Internet sehen? Ich bin entsetzt. Habe ich wirklich so lange geschlafen? Was ist da nur passiert?

Da wird ein Dressurreiter angeklagt, weil sein Pferd mit heraushängender, blau angelaufener Zunge auf dem Abreiteplatz zu sehen ist (Smartphones und youtube sei Dank!)
Was ist nur aus den „feinen Zügelhilfen“ geworden?

Ich habe mal recherchiert:
„So blieben die Zügelkräfte bei Iberischen- oder Westernreitern fast immer unter dem Messwert von 1 kg und schnellten nur bei ganzen Paraden kurzfristig auf 2–5 kg. Hingegen wurden bei manchen Dressurreitern schon im Schritt dauerhafte Kräfte um 2 kg gemessen. In verschiedenen Lektionen und bei ganzen Paraden herrschten Kräfte bis zu 12,5 kg und mehr pro Zügel. Diese Kräfte präsentierten sich nicht als gleichmäßige Anlehnung, sondern traten in Spitzen auf, die sich in Abhängigkeit der Geschwindigkeit und dem Rhythmus der Gangart änderten. CLAYTON et al. (2003) stellten fest, dass ein gleichmäßiger Zügelzug vom Reiter niemals zustande kam und auch WITZMANN (2007) zeigte, dass die vom Reiter gefühlte gleich große Kraft immer zu einer asymmetrischen Lage des Gebisses im Pferdemaul führte.
STAHLECKER (2007) fand heraus, dass unserem Auge der Zügel schon gestreckt und in Anlehnung stehend erscheint, wenn dieser vom Reiter noch gar nicht aktiv in Spannung gehalten wird. Stellt der Reiter aktiv eine feine Zügelanlehnung her, indem er diesen nur gerade straff hält, wird die Zunge schon mit mehr als 4 kg belastet.“
Aus: „Darstellung der Lage verschiedener Trensengebisse im Pferdemaul bei Einwirkung unterschiedlich starken Zügelzuges am gerittenen Pferd im Halten“ von Friederike Uhlig

Auch der erwähnte Fritz Stahlecker hat diese Zügelkraft nachgemessen: „Wie straff dürfen die Zügel sein. Fritz Stahlecker über die korrekte Einwirkung der Reiterhand“ (Copyright Reiterjournal)

„12,5 kg pro Zügel“ d.h. 25 kg auf die Zunge! Die Autorin hat kg (Masse) als Einheit gewählt, weil wir uns das besser vorstellen können als Newton (Kraft), genau sind es also 245,25 N.

Durch diese Belastung unterbindet der Reiter die Durchblutung der Zunge. Welche Folgen dies hat, ist in dem Buch: „Das Phänomen Francois Baucher“ von Dr. med. vet. Robert Stodulka dargestellt. Die Fotos sind nichts für schwache Nerven.

Ich will davon ausgehen, dass es bei den „Kraftreitern“ einfach Unwissenheit ist, dass sie dann verwundern lässt, warum sich ihr Pferd auf die Zunge beißt oder diese blau angelaufen ist und kraftlos aus dem Maul hängt.
Hier ist ganz klar Aufgabe der FN dem einen Riegel vorzuschieben.

Nun sind diese Reiter zugleich aber auch Vorbilder für viele andere, welche nicht unter Betreuung und Beobachtung stehen. Da liest man dann in Foren: „Hilfe, mein Pferd lässt die Zunge beim Reiten raushängen“ und dergleichen. Wir wissen nun warum.

Das man heutzutage auch ohne Gewalt im Turniersport Erfolg haben kann, habe ich hier gefunden: http://www.gutrothenkircherhof.de/index.php

Was war nur mit unserer Reiterei passiert? Ergebnisse meiner Recherchen folgen. Steinbrech, zieh dich schon mal warm an!

Unsere Vorbilder damals:
Dr. Reiner Klimke