Des Reiters Hand

Bent Branderup theoretische Grundlagen. Die Theorie ist wichtiger, als man so denkt!

Bent Branderup theoretische Grundlagen.
Die Theorie ist wichtiger, als man so denkt!

Mein zweites Seminar bei Bent Branderup.

Organisiert hat dies wiederum Sabine Oettel in Wendlmuth nahen Bad Füssing auf der neuen Reitanlage der Familie Andraschko. Auch dieses Mal war es doch recht kalt, aber die Halle machte uns wetterunabhängig.

Wie bei allen Seminaren gab es zuerst die Theorie um das später Gesehene richtig einordnen zu können. Thema dieses Seminares war die Reiterhand – und für mich besonders passend – und wie ich sie mit meinem Pferd vom Boden aus schulen kann.

Dazu muss man wissen, dass die akademische Reitweise alle Lektionen vom Boden aus anfängt, verfeinert oder auch vertieft, je nach Veranlagung des Pferdes. „Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur!“ Bent Branderup

Somit simulieren wir also vom Boden aus die Reiterhand, als würden wir auf dem Pferd sitzen. Die akademische Reitkunst nennt dies: Arbeit an der Hand. Die Bodenarbeit ist an der je nachdem weniger oder mehr langen Longe, die Arbeit an der Hand direkt am Pferd mit den zwei oder vier Zügeln, welche am besten dort gehalten werden, wo sich auch beim Reiten die Hand befindet. Ist das Pferd für seinen Ausbilder dafür zu groß, kann dieser sich etwas erhöht stellen und somit wenigstens im Stand üben. Ansonsten bleibt seine Hand unten am Kopf und er arbeitet mit seinem Pferd von dort aus und überspringt die Handhaltung über dem Widerrist.

In der Praxis übten dann die Teilnehmer mit ihren Pferden unter den Augen des Meisters, diese Handarbeit. Dabei war erst mal wichtig, ein Gefühl für die Reaktion des Pferdes in der Hand zu bekommen, ob es sich feststellt oder nachgibt. Ob Paraden tatsächlich durch gehen oder nur vom Genick oder offenen Maul „geschluckt“ werden. So konnten die Teilnehmer lernen, wie es sich richtig anfühlt. (Hier eine Anmerkung von mir: wenn ich bedenke, mit wie viel Kraft es heutzutage üblich ist, dem Pferd im Maul zu hängen, wird mir ganz übel. Mein Reitlehrer von damals gab Reitern mit harten Händen ein Pferd mit Polokandare gezäumt. Dieses warf den Reiter dann kurzerhand ab, wenn er wieder zulangte, es hatte die Lizenz dazu. Jeder Reiter, der das hinter sich hatte, ritt nur noch mit Samtpfötchen.)

Der erste Tag endete sehr spät, und ich konnte, nachdem ich meinen kleinen Quängelhund nach Hause gebracht hatte, noch am gemeinsamen Abendessen teilnehmen.

Der zweite Tag begann wieder mit Theorie, dabei wurde auch ein aktuelles Thema erörtert: wie schwer darf ein Reiter sein. Bent Branderup erklärte, dass es nicht so sehr auf das Gewicht ankommt, sondern auf das Können. Hier muss ich etwas grinsen, denn seinen Sattel gibt es nicht in verschiedenen Größen für den Reiter. Ein zu dicker Reiter passt da halt nicht rein und muss erst mal abspecken. Einer der besten Reiter der Welt, Nuno Oliveira wog 110 kg, nur mal so als Information.

Beide Themen betrafen mich. Die Arbeit an der Hand, da Príncipe im Moment genau an der Stelle ist, wo ich von der Bodenarbeit in die Handarbeit gehen kann. Aber auch die Bedenken wegen des Gewichts. Ich wiege nicht mehr als ein normaler Mann, dennoch unterziehen ich mich gerade einer Diät, wegen Príncipe.

Auch dieses Mal hatten wir unter anderem Teilnehmer mit ihren Pferden dabei, die zwar auch letztes Mal teilnahmen, welchen dennoch die Grundlagen fehlten. Trotzdem konnte ich am Körperbau ihrer Pferde eine positive Entwicklung feststellen, auch wenn diese Reiter offensichtlich in ihren Heimatställen keine Unterstützung und Hilfe bekamen. Bent Branderup empfahl diesen Teilnehmern, sich erst einmal an seine Schüler zu wenden, bevor sie einen Kurs bei ihm selbst belegen.

Um 14 Uhr war der Kurs dann vorbei. Schade.

Mal sehen, was Príncipe und mir das nächste Jahr bringt, wie weit wir kommen. Gerne würde ich ihn bei den Andraschoks und Sabine Oettel mal eine Woche einstellen, damit er lernt, auch in fremder Umgebung konzentriert zu arbeiten.

Ein paar Worte mit auf den Weg. (Der Hund liegt da freiwillig. Er hat sich vor versammelter Mannschaft sein Plätzchen gesucht.)

Ein paar Worte mit auf den Weg.
(Der Hund liegt da freiwillig. Er hat sich vor versammelter Mannschaft sein Plätzchen gesucht.)

Bent Branderup:     www.bentbranderuptrainer.com

Sabine Oettel:         http://www.akademische-reitkunst.at/

Familie Andraschko:     http://www.der-barockreiter.de/

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Nannte Steinbrecht sie nicht Blender und Tölpel?

„Rollkur“, „Hyperflexion“, „LDR“.
Die gesundheitlichen Schäden sind bekannt und ich will hier nicht auch noch darauf eingehen.
Schon immer haben Menschen versucht, Pferde durch irgendeine schnelle Methode zu Leistungen zu bringen. Auch dieses extreme Überzäumen ist nicht neu. Immer wieder ist man auf den richtigen Pfad zurückgekehrt, weil es nicht nur die Tiere verbraucht (man verzeihe mir dieses Wort, aber früher war man in Kavallerie und Selbstverteidigung auf die Pferde angewiesen), sondern auch weil es schlicht und ergreifend nicht zielführend ist.

Dr. Reiner Klimke: „Das tötet jeden Drang nach vorne, so kann man ein Pferd abrichten und gehorsam machen, aber die Geschmeidigkeit geht verloren. Der Rücken ist fest, die Hinterhand ist hoch, es geht alles auf die Vorhand. Wer meint, er könne ein Dressurpferd ausbilden, in dem er ihm den Kopf herunterzieht, der wird mit diesem Bild enden. Das ist falsch.“ mehr

Für mich sind solche Reiter Stümper, so wie sie von jeher von den wahrhaft großen Meistern bezeichnet werden.

Also, Ihr Stümper, Ihr denkt Ihr seid die Besten hier,
aber die Mädels hinter den Bergen
mit ihren kleinen Pferden
reiten tausendmal besser als Ihr!

(Das Video bis zum Ende ansehen!)

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