¡Salud! Garrocha

Claudia Nitzinger mit Tschaklin - dem Knappstruber von Wolfgang Rubner. Das "Üben" sieht doch schon richtig gut aus, nicht wahr?

Claudia Nitzinger mit Tschaklin – dem Knabstrupper von Wolfgang Rubner. Olé Claudia!

Ein Wochenendkurs auf der Finca Montana Ventoso, welche von Iris Ambros und Wolfgang Rubner geführt wird.

Um mich weiter zu üben und wieder richtig ins Reiten reinzukommen, durfte ich ein Wochenende mit der hinreißenden Elena verbringen, Ihr seht sie unten im Bild. Doch mein Trainingszustand ist schlechter, als ich befürchtet hatte. Ich habe mir durch meine vielen Operationen eine Schonhaltung der Bauchmuskulatur angewöhnt, letztere ich zurzeit heftig aufbaue.

Darum geht dieser Artikel über Interessanteres als meine Bemühungen, nämlich:

¡Salud! Garrocha

Meine Mitteilnehmerin Claudia Nitzinger übte sich unter Anleitung von Wolfgang Rubner in der Führung der Garrocha. In diesem haben wir einen echten Meister vor uns, welcher mit spielender Leichtigkeit die Stange handhabt, so dass Reiter und Pferd uns einen spanischen Tanz zeigen. Die Garrocha ist eine lange Stange zum Rinderhüten und wird ausschließlich mit der rechten Hand geführt, die Linke darf sie noch nicht einmal berühren.

Zuerst ging es langsam im Schritt um die Bewegungsabläufe einzuüben. Das Umgreifen ist der Knackpunkt, wenn die Garrocha sich sozusagen über den Kopf hinweg dreht. Claudia ritt den edlen Tschaklin, ein Knabstrupper und Routinier an der Garrocha. Immer wieder drehen, umgreifen, drehen. Dabei werden mit der linken Hand die Zügel einhändig geführt. Auch sehr schwierig für jemanden, der dies nicht gewohnt ist. Die zweihändige Zügelführung ist nach der Anfangsphase der Pferdeausbildung eine moderne Erfindung. Alle Arbeiter zu Pferd reiten ausschließlich einhändig. Mit der rechten Hand wird dann das Arbeitsgerät geführt, sei es nun das Lasso, das Schwert, die Lanze oder, wie an diesem Wochenende, die Garrocha.

Ich ritt Elena und wir wollten das Angaloppieren üben, eine meiner Schwächen bei fremden Pferden. Mit meinen Arabern war das nie ein Problem, ich musste nur „Galopp“ denken und sie galoppierten an, auch aus dem Stand. So richtig überlegte und vorbereitete Galopphilfen zum richtigen Zeitpunkt waren daher nie nötig. Wenn ich auf einem fremden Pferd sitze, versuche ich – weiß der Geier, woher ich das habe – das Pferd mit dem Kreuz anzuschieben. Das war unser Thema in diesem Kurs. Ich musste mich mehr entspannen, nicht so viel nachdenken und einfach machen. Und noch etwas merkte ich sehr: wenn ich Zuschauer habe, bin ich nicht ich selbst. Eine beruflich erfolgreiche Frau, mitten im Leben, welche Unternehmern sagt, wie sie ihre Firma besser führen können und ihre Prozesse in den Griff bekommen, damit alles viele einfacher und leichter wird, wird in ihren Hilfen auf dem Pferd unsicher, wenn Zuschauer da sind. Also daran muss ich wirklich noch arbeiten. Nichtsdestotrotz hat mich Wolfgang Rubner mit einer Engelsgeduld bei den Galopphilfen auf den richtigen Weg gebracht – die Geduld von Elena nicht zu vergessen.

Seufzend sah ich dann also Claudia zu, wie sie mit jedem Male besser und besser wurde. Schon bald machten sie und Tschaklin das Ganze in Galopp. Das sah dann schon mal sehr gut aus. Sie dreht und wendete ihr Pferd im Galopp unter der Garrocha hinweg. Das ist gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass die Garrocha auch schon Profis vom Sattel gehebelt hat. Wolfgang Rubner erzählte da so einiges aus dem Nähkästchen. Also lieber die Stange fallen lassen, bevor man selber fällt. Der Kurs war gespickt mit Tipps und Tricks. Claudia bekam so viel Rüstzeug mit, dass sie später zuhause mit ihren eigenen Pferden weitermachen konnte. Es war spannend, dies auf Facebook zu verfolgen.

Natürlich wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt – es gab sogar Kuchen ohne Kalorien! Am Sonntag wurde gegrillt. Schade, die Zeit ging viel zu schnell vorbei.

Ich freue mich, wenn ich dann so weit bin mit der Garrocha zu üben, doch diesmal ging ich mit einem Muskelkater nach Hause – das sind dann meine Hausaufgaben, Muskelaufbau, alte Angewohnheiten ablegen, Gelassenheit vor Zuschauern.

Meine Wenigkeit und Elena. Fix und fertig bin ich - aber glücklich.

Meine Wenigkeit und Elena. Fix und fertig bin ich – aber glücklich.

Links:
https://www.facebook.com/finca.montanaventoso

 

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Mein Tag bei der Finca Montana-Ventoso oder: ich kann’s noch!

Iris Ambros mit Elena. Danke Iris, dass ich dieses wundervolle Pferd reiten durfte.

Iris Ambros mit Elena.
Danke Iris, dass ich dieses wundervolle Pferd reiten durfte.

Zum ersten Mal nach gefühlten 100 Jahren, in Wirklichkeit dürfen es so 6 – 7 Jahre gewesen sein, ritt ich wieder. Lange Krankheit und meinen Squire verpasst, der in der Zwischenzeit untrainiert zu alt zum Reiten geworden ist, ließen mich auf dem Boden bleiben. Er ist nun 33 Jahre alt. Mein Kleiner ist noch zu jung, 3,5 Jahre alt, das Baby. Und mein Gewicht, dass ich durch das Nichtstun bekommen habe, empfinde ich ebenfalls als Handicap. Ich arbeite daran, was für eine Frau meines Alters gar nicht so einfach ist, doch es wird immer besser. Nicht, dass ich schwerer wäre, als ein erwachsener Mann, aber schließlich will man auf dem Pferd wie eine Elfe aussehen und nicht wie ein deplatzierter, gutgenährter Hobbit…

Über Facebook lernte ich Iris Ambros der Finca Montana-Ventoso kennen. Da stand mein Plan gleich schon fest: DAS ist genau das Richtige, um sich nach so langer Zeit wieder auf’s Pferd zu setzen, vor allem weil dort die Voraussetzung am besten war, dass ich und das Pferd uns verstehen. Eine liebe Freundin bot mir natürlich auch an, ihre Pferde mal zu reiten, doch sie ist eine erfolgreiche Springreiterin, und ich würde einfach danach falsch auf ihre Pferde einwirken. Schlecht für die Pferde, schlecht für meine Freundin, schlecht für mich.

So fand ich dann in Iris, dass wir nahezu den selben Pferdeherzschlag haben. Und nach langem Wetterhinundher war es endlich soweit, und ich fuhr recht aufgeregt nach Weissenhaid bei Weissenstadt. (Liebe Unternehmer, falls jemand von Euch das liest, investiert mal in die Gegend, hier findet Ihr die Fachleute, die woanders so dringend gesucht werden.)

Empfangen wurde ich in einem bezaubernden Wohnzimmer, ganz nach meinem Geschmack. Beim Kaffee tauschten wir uns aus und legten die Richtung fest.

Dann ging es in den Stall und „mein“ Pferd wurde gesattelt. Ihr seht es auf dem Foto oben. Hier, liebe Iris, danke ich Dir für das Vertrauen in mich diese wunderschöne und so gut ausgebildete Stute reiten zu dürfen.

Ein Stall voller Schätze

Ein Stall voller Schätze

Sehr sympathisch war, dass wir eine Aufstieghilfe benutzten. Sie hat einfach zu viele Vorteile, um sie nicht zu nutzen. Und noch ein Wort zum Sattel: es war ein Wintec Isabell Werth. Ich bin selten einen Sattel geritten, in dem man so tief und definiert saß. Man sitzt in ihm so, wie man es sich vorstellt, in einem Barocksattel zu sitzen. Nur die Kniepauschen werden wir das nächste mal wegmachen, da Iris Elfe, ich Hobbit.

Und da saß ich also nach langer Zeit wieder auf dem Pferd. Und: mein Körper setzte sich von ganz alleine richtig hin. Ich spürte im Schritt die Bewegungen der Stute, den Schwung des Rückens. Sehr ungewohnt. Ich bin mal gespannt, wie sich Príncipe anfühlen wird. Bin ich doch Vollblutaraber gewohnt.

Iris gab mir keinen Unterricht, sondern ließ mich machen. Es war herrlich. Wendungen, Traversalen in den Grundgangarten, Versammlungen. Ich hatte nichts verlernt, alle meine Stärken waren noch da – und auch die Schwächen, wie angaloppieren aus dem Stand auf der linken Hand. Elena, so heißt das Zaubertier, verstand mich. So konnte ich sogar Piaffe und Passage mit ihr reiten. Wenn etwas nicht klappe, sagte ich Iris, was ich falsch machte, sie gab mir kleine Korrekturen und Verbesserungen.Von unten sah es bestimmt nicht so gut aus, wie es sich von oben anfühlte, und es gibt sicherlich Abzüge in der B-Note, aber das war nicht wichtig. Wichtig war, dass ich mein Selbstgefühl auf dem Pferd nicht verloren hatte, trotz lange Zeit, trotz Gewicht, trotz Unkenrufe.

Doch meine Fitness ist dahin. Man merkt halt einfach, wenn man nicht die richtigen Muskeln trainiert. Auch hier muss ich bis zum Sommer noch einiges tun. Aber ich werde sowieso mit Príncipe langsam anfangen, so trainiere ich uns beide.

Der Tag hielt, was er versprach. Wir saßen danach noch lange zusammen, fachsimpelten dann auch mit Wolfgang Rubner, welcher noch dazukam. Kaffee und Kuchen, Pferdegespräche, was will man mehr?

Zum Schluss stießen wir stilgerecht mit einem Sherry auf den wunderschönen Tag an: ¡Salud

Entspannung ist wichtig.

Entspannung ist wichtig.

 

Links:

https://www.facebook.com/finca.montanaventoso

Wolfgang Rubner,
Weissenhaid 14 A,
95163 Weissenstadt
Tel: 015144510201 oder über Facebook PN  oder wrubner@gmx.net

https://www.facebook.com/groups/1404519049799557/

 

 

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