Rezension: Videokurs „Academic use of the whip“ von Bent Branderup

Dieses ist der Artikel 7 von 8 in der Serie Rezensionen
Bent Branderup erklärt in diesem Videoseminar die sehr komplexe Hilfegebung mit der Gerte. Foto: Lotte Lekholm

Bent Branderup erklärt in diesem Videoseminar die sehr komplexe Hilfegebung mit der Gerte.
Foto: Lotte Lekholm

Woran erkennt man den akademischen Reiter? Er hält die Gerte so komisch. Und außerdem: kann er sich nicht mal eine richtige leisten und schneidet sich einen Stecken vom Busch ab?

Wie viel ist doch von dem Wissen um die Gerte und ihre Anwendung verloren gegangen. Selbst meine Lehrer kannten diese komplexe Art der Verwendung nicht mehr. Standardgemäß liegt die Dressurgerte auf dem Oberschenkel der inneren Seite der Bahn und wird dort kurz hinter der Ferse ans Pferd getippt, falls das nötig sein sollte. So kennen wir das alle.

Doch die Gerte kann viel mehr. Bent Branderup entführt uns in seinem Video zuerst in die Vergangenheit und erörtert an alten Bildern, wie damals die Gerte angewendet worden ist. Sie unterstütze die primären Hilfen des Sitzes. Dabei wird sie dem Pferd oftmals einfach nur an der richtigen Stelle gezeigt. Das Pferd weiß, was damit gemeint ist. Bent Branderup erklärt dann, wie wir dem Pferd die Bedeutung der Deutungen mit der Gerte lehren. Sie ist einerseits von Boden aus der verlängerte Arm des Ausbilders und kann daher nicht nur die Schenkeleinwirkung vorbereiten, sondern auch die angelegten Zügel, die Position der Schulter bestimmen und, bei Fortgeschrittenen, die Beugung der Hanken. Andererseits ist sie das Bindeglied zwischen Boden- und Handarbeit und dem Reiten. Sie ist die Übersetzerin der Hilfen des Reiters, wenn das junge Pferd den Sitz zu verstehen lernt.

Dazu verdeutlicht Bent Branderup die Ethik der akademischen Reitweise. Mit der Gerte wird niemals geschlagen. Darum ist sie auch aus Holz, der trockene, dürre Stecken bricht beim Schlag sofort – im Gegensatz zu den Kunststoffgerten. Das Pferd gehorcht nicht aus Angst, sondern weil es verstanden hat, was gemeint ist, und weil ihm die Arbeit Freude bereitet.

Wie man so eine Gerte aus Holz selbst herstellen, vom Schneiden bis zum „Geraderichten“, wird anschaulich gezeigt. Ich habe mittlerweile auch so eine kleine Gertensammlung, benutze aber immer noch die erste, welche ich in die Finger bekam. Diese macht an ihrem Ende einen leichten Knick, den ich sehr praktisch finde, um Príncipe im Kruppeherein auf mich zukommen zu lassen. Es macht richtig Spaß, mit verschiedenen Hölzern zu experimentieren. Bent Branderup bevorzugt Obstgehölz, wie er uns erzählt.

Dann bekommt man auch noch Hausaufgaben auf: Fechtübungen. Nein, wir müssen niemanden ins Herz treffen, sondern unsere Körperbeherrschung und das Rhythmusgefühl trainieren. Damit wir nicht nur wissen, was wir dem Pferd mitteilen wollen, sondern es auch mitteilen können.

Für mich war dieser Videolehrgang ein wichtiger Meilenstein um zu verstehen, was mit der Gerte in den anderen Videos und Seminaren, welche ich besuche, gemacht wird. Dahinter ist so viel Wissen verborgen, welches heute einem Reitschüler schon langen nicht mehr gelehrt wird. Daher bezeichne ich ihn als einen der wichtigen Bausteine, um die akademische Reitweise zu verstehen.

Das Videoseminar wurde von Bent Branderup und Bianca Grön erstellt. Der Lehrgang besteht aus 8 Videos mit einer Gesamtlänge von 1:04h. Er ist in Englisch und sehr gut zu verstehen. Wie die anderen ist er online zugänglich und nicht downloadbar.

Links:
http://www.bentbranderupshop.com/videos/academic-whip.html

Foto:
Lotte Lekholm, https://www.facebook.com/lotte.lekholm

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Rezension: Bodenarbeit – ein Videokurs von Bent Branderup

Dieses ist der Artikel 5 von 8 in der Serie Rezensionen
Veranschaulichen und erklären, was "Biegen" eigentlich ist. Hier das Führen der Schulter als Vorbereitung zum Kruppeherein. Das Schulterherein als Grundlage zum Kruppeherein.

Veranschaulichen und erklären, was „Biegen“ eigentlich ist. Hier das Führen der Schulter als Vorbereitung zum Kruppeherein. Das Schulterherein als Grundlage zum Kruppeherein.

„Das Pferd muss zuhören wollen.“ Mit dieser Aussage begrüßt uns Bent Branderup und verrät uns damit sein erstes Geheimnis der akademischen Reitkunst. Eine freundschaftliche Schüler-Lehrer-Beziehung, basierend auf gegenseitigen Respekt und Sympathie, ist die Grundlage allen weiteren Vorgehens. Horsemanship mit Ruhe und Gelassenheit (mein Lieblingsgefühl) ohne Longengefuchtel, Showeinlagen oder Dominanzrechtfertigungen. Lieber Herr Branderup, falls Sie dies lesen, machen Sie doch mal eine kleine Videoreihe über dieses Thema.

Erst, wenn die Beziehung zwischen Pferd und Mensch stimmt, können wir mit der „Arbeit“ beginnen. Im Bodenarbeitteil der Videoreihe des Kurses lernen wir, wie wir mit unserem Pferd zusammen Schritt für Schritt seine Balance, Geschmeidigkeit und Taktreinheit aufbauen. Im ersten Teil? Ja, Überraschung: der Kurs besteht aus 2 Teilen, Bodenarbeit und Longenarbeit, mit insgesamt 27 Lehrvideos , 4 Bonusvideos und einem Skript, welches man sich downloaden kann. Ich habe mir daraus ein kleines DIN A5-Handbuch gedruckt. Auf einen Theoriepart folgen praktische Beispiele und Anwendungen mit verschiedenen Pferden unterschiedlichen Ausbildungsstandes und Talentes demonstriert, so dass man den Blick für das eigene Pferd schulen kann.

Der "kleine Cara" zeigt und demonstriert uns die Übungen für ein Pferd seines Ausbildungsstandes.

Der „kleine Cara“ zeigt und demonstriert uns die Übungen für ein Pferd seines Ausbildungsstandes.

Der Kurs ist in Deutsch und wurde in Zusammenarbeit mit Marc Lubetzki, dem bekannten Tierfilmer, erstellt. Er steht online zur Verfügung, man kauft den Zugang zu den Videos. Für mich ist das ein kleiner Wehrmutstropfen, da auch die – in meinem Fall – Telekom mit daran verdient. Wichtig finde ich: ich kann die Videos mit meinen iDingern, iPhone und iPad, auf dem Sofa oder im Stall ansehen. Tipp: auch wenn die Videos den Ausbildungsfortschritt der Pferde begleiten, ist es von Vorteil alle vorher mehrmals anzusehen, da sich dann der Zweck der Basisarbeit wesentlich besser erschließt. „Die Basis muss eine Basis für etwas sein, sonst ist sie keine Basis.“ – Bent Branderup. Und dann werden Sie auch diesen Satz verstehen.

Im Vergleich dazu der ältere Corazon.

Im Vergleich dazu der ältere Corazon.

Zuallererst lernen wir die gemeinsame Mensch-Pferd-Pferd-Mensch-Sprache. Diese Grundlage kann man gar nicht oft genug erwähnen.

In der Bodenarbeit stehen wir direkt am Pferd und verwenden einen Kappzaum. Wir bitten das Pferd sich richtig zu biegen, unterzutreten und die Grundbewegungsabläufe zu lernen. Ziel ist es, dass unser Pferd das von sich aus macht und nicht auf unseren Zug hin. Ziehen wir das Pferd, so haben wir immer von ihm einen Gegenzug, welcher die falschen Muskel zum Anspannen bringt, und wir damit das Gegenteil von dem, was wir wollen, erreicht haben. Dies ist das zweite Geheimnis der akademischen Reitkunst. Das Pferd trägt sich selbst. Erst wenn es dies kann, kann es später auch den Reiter mittragen. Es ist immer in Balance.

Die Longenarbeit baut logisch darauf auf. Somit ist sie in der akademischen Reitkunst mehr als ein Herumtreiben im Kreis, wie ich es leider immer noch so oft sehe. Das Pferd lernt ohne Hilfszügel sich selbst zu tragen, seine Balance zu finden, geschmeidig zu werden. Um dies zu erreichen, werden die Übungen an der Longe zu einem abwechslungsreichen und interessanten Ballett des Pferdes. Als ich vor über tausend Jahren mit dem Reiten angefangen habe, haben unsere Lehrer uns noch erklärt, wozu man dies oder jenes macht. Irgendwann gab es dann einen Bruch, und das Wissen schien verloren. Ich habe mal nachgerechnet: mein ältester Reitlehrer hat um 1900 als junger Mann das Reiten gelernt. Ich war damals sehr jung und er sehr alt. Er kam immer wieder an den kleinen Reitplatz, auf dem ich übte und es entwickelt sich eine Freundschaft. Wir beide bezogen uns auf Steinbrecht. Er erzählte von der Kavallerie, und wie das damals war. Ich schweife ab…

Gebogenes Gerade, Blickschulung, Positionierung, alles Themen, die heute nicht mehr in Reitschulen gelehrt werden. Hier steht das Wissen wieder zur Verfügung und ich meine, dass jeder Pferdemensch es nützlich finden kann, es in seine eigene Reitweise einzufügen, sei es im Spring-, Westernreiten oder auch der Doma Vaquera.

Damals war ich teilweise schon Autodidakt, heute bin ich es zur Gänze. Und hier greift der Kurs von Bent Branderup ein. Ich halte ihn dafür geeignet, mich und mein junges Pferd auf das Reiten vorzubereiten, so ich es mir vorstelle. Ich habe zwar das Glück in meiner Nähe eine Meisterin der akademischen Reitkunst zu haben, dennoch, selbst wenn ich es nutzen würde, würde ich doch die allermeist Zeit alleine arbeiten. Es wäre interessant zu erfahren, ob die Branderup-Videokurse alleine ausreichen, um sich und sein Pferd auszubilden. Für mich selbst denke ich ja – arrogant, wie ich bin – , und könnte ich es mal tatsächlich so durchführen und Príncipe und mich später zur Überprüfung Herrn Branderup vorstellen.

http://www.marc-lubetzki.com/8961

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Was mache ich nur mit der ständigen Kritik in meinem Stall?

Kraft und Wendigkeit auf der Stelle.  Aus dem Buch "L'instruction du roy en l'exercice de monter à cheval " von Antoine de la Baume Pluvinel (mit Dank an die Bayerische Staatsbibliothek)

Kraft und Wendigkeit auf der Stelle.
Aus dem Buch „L’instruction du roy en l’exercice de monter à cheval “ von Antoine de la Baume Pluvinel (mit Dank an die Bayerische Staatsbibliothek)

Immer wieder lese ich, dass Anhänger der Akademischen Reitweise von ihren Stallgenossen bekrittelt, belächelt oder gar beschimpft werden. Hierzu möchte ich in diesem Artikel eine Argumentationshilfe bieten.

Zuvor aber erst mal die Definition von „Kritik“.
Diese muss folgenden 3 Kriterien genügen:

Sie muss

1. berechtigt sein

Damit sind die Reitweisenkritiker schon mal komplett ausgeschossen. Sie haben keine Berechtigung zu dieser Kritik. Berechtigt wären sie, wenn es ihr Leben beträfe. Z. B. Wenn man seinen eigenen Dreck nicht wegräumt und es ein anderer machen muss. Die Reitweisen hingegen wirkten sich nicht auf das Leben der anderen aus.

2. wahr sein

Wenn der Akademischen Reitweise von FN-Reitern vorgeworfen wird, sie sei zu sehr auf der Stelle, dann ist dies wahr. Sie hat ein anderes Ziel, dessen Erörterung der Inhalt dieses Artikels ist.
Hier ist auch nochmal zwischen Wahrheit und Meinung zu unterscheiden. Wenn ich zu jemanden sage, dass dessen Frisur richtig – unvorteilhaft – aussieht, dann ist das meine Meinung und keine Wahrheit. Wahrheit ist messbar und belegbar. Schrittlängen kann man messen.

3. spezifisch sein

Aussagen wie: „Das ist der größte Schmarrn, den ich jemals gesehen habe.“ sind keine Kritik, sondern Unsinn. Der Kritiker muss sagen, was genau er meint.

Man kann nun daraufhin den Kritiker mit einer mehr oder weniger scharfen Erwiderung über die mangelnde Berechtigung unterrichten.

Doch da es meist die Akademischen Reiter sind, welche sich mehr Gedanken machen, hier nun Information, welche man an die FN-Reiter weitergeben kann. Aus Rücksicht auf die Länge des Artikels, habe ich stark vereinfacht.

Die Grundlage aller Reitweisen ist gleich, das Pferd soll mit dem Nacken-Rückenband tragen um lange geritten werden zu können, Taktreinheit und all das. Es gibt Ausnahmen bei einigen Völkern, welche dann aber oft die Pferde wechseln, so dass die Belastung des einzelnen Pferde in Grenzen bleibt.

Beide Reitweisen haben ihre Berechtigung, keine ist besser oder schlechter als die andere. Sie haben nur verschieden Zielsetzungen:

Die – originale – Barocke Reitweisen gehen von der Arbeit mit dem Pferd auf der Stelle aus, sei es nun Kampf, Stiere hüten, Rinder einfangen. All dies spielt sich, wenn es hochkommt, auf ein paar hundert Meter ab. Tragkraft und damit Wendigkeit mussten gefördert werden. Auch das Westernreiten zählt hinzu. Gangarten, welche hauptsächlich geritten werden, sind Schritt und Galopp. Getrabt wird selten, beim Westernreiten wird hier der berühmte Jog geritten. Geübt und trainiert wird deshalb sozusagen auf der Stelle.

Ganz anders die FN-Reiterei. Sie basiert auf der Strecke. Pferde sollen schnell möglichst viel Strecke machen können, egal bei welchem Gelände. Hauptgangart ist der Trab, wie er auch heute noch bei Distanzritten verwendet wird. Der Wendepunkt

Feldübung mit Überwinden schweren Geländes, Das Königlich Bayerische 1. Ulanen-Regiment "Kaiser Wilhelm II. König von Preußen"

Feldübung mit Überwinden schweren Geländes, Das Königlich Bayerische 1. Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II. König von Preußen“

hierzu war in Europa wohl Waterloo, als der Herzog von Wellington Copenhagen ritt, einen englischen Vollblüter mit einer arabischen Großmutter. (Vielleicht war er deshalb so erfolglos als Rennpferde und so durchhaltefähig in der Schlacht. Wellington saß 15 Stunden auf Copenhagen in der Schlacht von Waterloo. Wer mehr oder bessere Informationen hat, darf mich gerne anschreiben.) Es gab hierdurch einen Wechsel im Pferdetyp.

Das Reitsystem, welches sich hieraus entwickelte, war auf Vorwärts, weite Schritte und Strecke bedacht. Immer wieder kann man lesen, wie die verschiedenen Reitmeister die Reiterei auf der Stelle als Gezappel und für das Pferd verderbend beschimpften. Diese Worte sind es ja, die man immer noch in den Reitställen zu hören bekommt. Sie mag auch berechtigt sein, wenn man nicht mehr vom Pferde aus in Einzelkämpfen kämpft, und der Transport von Truppen und Material im Vordergrund steht, wie man am Beispiel der Dragoner sehen kann. (Auch hier gibt es bestimmt Spezialisten, welche noch tiefer im Thema sind.) Beide Reitweisen üben auf dem Platz und in der Halle ihre Grundlagen und gymnastizieren ihre Pferde. Beide haben damals und heutzutage die Gesunderhaltung der Pferde im Vordergrund. Doch beide haben andere Ziele. Darüber kann man seine „Kritiker“ aufklären.

Ironisch ist es nur, dass gerade die „Streckenreiter“ nicht mehr Strecke reiten. Das Pferd pendelt zwischen Box und Halle. Dressur und Springreiten waren ursprünglich Übung und Vorbereitung für ein zuverlässiges Geländepferd, mit welchem man durch Dick und Dünn reiten konnte.
Hier ein schönes Beispiel:

Die Gymnastik ist zum Selbstzweck geworden. Doch diese Gefahr belauert jede Art der Reiterei. Ausgleich ist hier gefragt, und wenn es nur in Form von langen Spazierritten im fleißigem Schritt ist.

Es ist nie falsch, Wissen weiter zu geben und den „Kritikern“ gelassen und ruhig zu begegnen. Möglich dass dann der eine oder andere über die unterschiedlichen Ziele nachdenkt.

Links:
http://www.reitverein-guenzburg.de/geschichte_1__bayr__ulanenregiment.htm

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Besprechung der Überarbeitung: Akademische Reitkunst: Eine Reitlehre für anspruchsvolle Freizeitreiter von Bent Branderup

Dieses ist der Artikel 3 von 8 in der Serie Rezensionen
Bent Branderup stellt seine komplett überarbeitete Ausgabe der "Akademischen Reitkunst" vor.

Bent Branderup stellt seine komplett überarbeitete Ausgabe der „Akademischen Reitkunst“ vor.

Die Ausgabe „Akademische Reitkunst: Eine Reitlehre für anspruchsvolle Freizeitreiter“ ist 2013 überarbeitet worden. Naja, denkt man, na und? Lohnt es sich überhaupt die neue Ausgabe anzuschaffen?

Gleich vorneweg: es ist ein komplett anderes Buch, mit vielen neuen Ansätzen und Erklärungen. Schritt für Schritt wird der Leser nicht nur in die Welt der akademischen Reiterei eingeführt, sondern kann diese für sein Pferd umsetzen. All das, was in der ersten Ausgabe angeschnitten wurde, ist nun präziser ausgearbeitet worden.

Zuerst werden die Grundlagen besprochen, Ausrüstung und Handwerkszeug, der Sitz, Schenkelhilfen und Zügel. Dann führt uns Bent Branderup durch die akademische Ausbildung der Pferde, zunächst vom Boden aus, später zusammen mit Reitlektionen. Wir begeben uns also auf eine Reise, welche Jahre dauert. Sie beginnt im Stand ohne Reiter mit den ersten – richtigen – Biegeübungen und endet bei der Kapriole. Alles geschieht am lockeren Zügel, ohne Hilfszügel, in ruhiger Selbsthaltung. Gerade dies kommt in diesem Buch besonders zur Geltung.

Es wird definiert, was zum Beispiel Balance, Durchlässigkeit und Schwung ist. Ich hätte mir gewünscht, dass Bent Branderup auch das Geraderichten einmal klar in seinem Buch erklärt hätte, so wie er es bei den Kursen macht, denn es gibt bezüglich diesem besonders viele Missverständnisse, welche zu blendendem und taktunreinem „Vorderhandtrab“ führen. Tatsächlich sind alle Lektionen dafür da, das Pferd geradezurichten und somit Reiten auf eine gesundheitlich wichtige Basis zu stellen. Doch ein anderes, mit Missverständnissen belastetes Thema, wird angesprochen: die Leichtigkeit. Suchende, welche sich von der kraftfordernden Zügelhand der FN abwenden, verfangen sich hier in anderen gesundheitsschädlichen Fallen.

Neu am Buch sind die Links zu den Videos, welche auf der Homepage von Bent Branderup zur Verfügung stehen. Die alte Ausgabe hatte eine DVD mit dabei, in welcher die Lektionen teilweise nochmals erklärt wurden. Nun sind die Trailer zu weiteren Videos, welche das jeweilige Thema behandeln, direkt im Buch über QR-Code abrufbar. Zurzeit der Erstellung dieses Artikels ist zwar das Video, zu welchem der Code auf dem Umschlag auf Youtube leitet, per iPhone abrufbar, die anderen im Buch leider nicht. Hierzu muss man den gefundenden Link noch in den Computer eintippen und dabei das htm am Ende durch html ersetzen. Es wurde mir versichert, dass man allerdings daran arbeitet, dass diese links auch auf dem iPhone funktionieren. Daher ist dieser Artikel auch so lange nach dem Erscheinen des Buchs veröffentlicht, ich wollte ursprünglich auf die Lösung warten. Wenn diese dann kommt, werde ich dies mitteilen und die Zeilen hier ändern. Nun sind auch die anderen Videos im Buch mit dem iPhone abrufbar, das Team hat das Problem gelöst.

Vergleiche ich die Videos mit der in der alten Ausgabe enthaltenen DVD, dann empfinde ich diese als Rückschritt. Allerdings kenne ich kein bisher einziges anderes Buch über Reiterei, welches überhaupt die Möglichkeit bietet, das Gelesene in bewegten Bildern zu sehen. Und obwohl die Videos Trailer und damit Werbung für die entsprechende Video-Kurs-Reihe ist, sind sie eine wichtige Ergänzung für die geschriebenen Erklärungen. Auf meiner Reise mit Príncipe werden ich mir diese Videokurse nach und nach freischalten, sie kommen meiner Art als Autodidakt und Besserwisser, mit dem jeder Lehrer so seine Schwierigkeiten hat, sehr entgegen.

Geeignet ist das Buch – und auch die Akademische Reitkunst – für alle, welche mit ihrem Pferd eine schöne Zeit verbringen, ohne falschen Ehrgeiz sich und sein Tier weiterbilden und nicht zuletzt gymnastizieren und gesund erhalten möchten. Nachdem, was ich so in Hallen und auf Reitplätzen sehe, könnte so eine fundierte Grundausbildung von Reiter und Pferd keinem schaden, auch wenn später Springturniere das Ziel der Reiterei sein sollen.

„Akademische Reitkunst“ hört sich sehr hochtrabend und unverständlich an und steht im Gegensatz zu den einfachen Grundregeln, welche sehr verständlich im Buch mit Wort, Bild und Videos erklärt sind. Man muss sich nicht das Gehirn verrenken, Zeitgeschichte bezüglich der Pferde studiert haben oder Textinterpretationstechniken oder Sekundärliteratur zu Rate ziehen, um zu verstehen, was der Autor meint. Von meiner umfangreichen Reitliteratur gehört dieses Buch zu den am meisten an der Praxis orientierten.

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Des Reiters Hand

Bent Branderup theoretische Grundlagen. Die Theorie ist wichtiger, als man so denkt!

Bent Branderup theoretische Grundlagen.
Die Theorie ist wichtiger, als man so denkt!

Mein zweites Seminar bei Bent Branderup.

Organisiert hat dies wiederum Sabine Oettel in Wendlmuth nahen Bad Füssing auf der neuen Reitanlage der Familie Andraschko. Auch dieses Mal war es doch recht kalt, aber die Halle machte uns wetterunabhängig.

Wie bei allen Seminaren gab es zuerst die Theorie um das später Gesehene richtig einordnen zu können. Thema dieses Seminares war die Reiterhand – und für mich besonders passend – und wie ich sie mit meinem Pferd vom Boden aus schulen kann.

Dazu muss man wissen, dass die akademische Reitweise alle Lektionen vom Boden aus anfängt, verfeinert oder auch vertieft, je nach Veranlagung des Pferdes. „Die Dressur ist für das Pferd da, nicht das Pferd für die Dressur!“ Bent Branderup

Somit simulieren wir also vom Boden aus die Reiterhand, als würden wir auf dem Pferd sitzen. Die akademische Reitkunst nennt dies: Arbeit an der Hand. Die Bodenarbeit ist an der je nachdem weniger oder mehr langen Longe, die Arbeit an der Hand direkt am Pferd mit den zwei oder vier Zügeln, welche am besten dort gehalten werden, wo sich auch beim Reiten die Hand befindet. Ist das Pferd für seinen Ausbilder dafür zu groß, kann dieser sich etwas erhöht stellen und somit wenigstens im Stand üben. Ansonsten bleibt seine Hand unten am Kopf und er arbeitet mit seinem Pferd von dort aus und überspringt die Handhaltung über dem Widerrist.

In der Praxis übten dann die Teilnehmer mit ihren Pferden unter den Augen des Meisters, diese Handarbeit. Dabei war erst mal wichtig, ein Gefühl für die Reaktion des Pferdes in der Hand zu bekommen, ob es sich feststellt oder nachgibt. Ob Paraden tatsächlich durch gehen oder nur vom Genick oder offenen Maul „geschluckt“ werden. So konnten die Teilnehmer lernen, wie es sich richtig anfühlt. (Hier eine Anmerkung von mir: wenn ich bedenke, mit wie viel Kraft es heutzutage üblich ist, dem Pferd im Maul zu hängen, wird mir ganz übel. Mein Reitlehrer von damals gab Reitern mit harten Händen ein Pferd mit Polokandare gezäumt. Dieses warf den Reiter dann kurzerhand ab, wenn er wieder zulangte, es hatte die Lizenz dazu. Jeder Reiter, der das hinter sich hatte, ritt nur noch mit Samtpfötchen.)

Der erste Tag endete sehr spät, und ich konnte, nachdem ich meinen kleinen Quängelhund nach Hause gebracht hatte, noch am gemeinsamen Abendessen teilnehmen.

Der zweite Tag begann wieder mit Theorie, dabei wurde auch ein aktuelles Thema erörtert: wie schwer darf ein Reiter sein. Bent Branderup erklärte, dass es nicht so sehr auf das Gewicht ankommt, sondern auf das Können. Hier muss ich etwas grinsen, denn seinen Sattel gibt es nicht in verschiedenen Größen für den Reiter. Ein zu dicker Reiter passt da halt nicht rein und muss erst mal abspecken. Einer der besten Reiter der Welt, Nuno Oliveira wog 110 kg, nur mal so als Information.

Beide Themen betrafen mich. Die Arbeit an der Hand, da Príncipe im Moment genau an der Stelle ist, wo ich von der Bodenarbeit in die Handarbeit gehen kann. Aber auch die Bedenken wegen des Gewichts. Ich wiege nicht mehr als ein normaler Mann, dennoch unterziehen ich mich gerade einer Diät, wegen Príncipe.

Auch dieses Mal hatten wir unter anderem Teilnehmer mit ihren Pferden dabei, die zwar auch letztes Mal teilnahmen, welchen dennoch die Grundlagen fehlten. Trotzdem konnte ich am Körperbau ihrer Pferde eine positive Entwicklung feststellen, auch wenn diese Reiter offensichtlich in ihren Heimatställen keine Unterstützung und Hilfe bekamen. Bent Branderup empfahl diesen Teilnehmern, sich erst einmal an seine Schüler zu wenden, bevor sie einen Kurs bei ihm selbst belegen.

Um 14 Uhr war der Kurs dann vorbei. Schade.

Mal sehen, was Príncipe und mir das nächste Jahr bringt, wie weit wir kommen. Gerne würde ich ihn bei den Andraschoks und Sabine Oettel mal eine Woche einstellen, damit er lernt, auch in fremder Umgebung konzentriert zu arbeiten.

Ein paar Worte mit auf den Weg. (Der Hund liegt da freiwillig. Er hat sich vor versammelter Mannschaft sein Plätzchen gesucht.)

Ein paar Worte mit auf den Weg.
(Der Hund liegt da freiwillig. Er hat sich vor versammelter Mannschaft sein Plätzchen gesucht.)

Bent Branderup:     www.bentbranderuptrainer.com

Sabine Oettel:         http://www.akademische-reitkunst.at/

Familie Andraschko:     http://www.der-barockreiter.de/

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Besprechung: Das Video „Diary of Swan“ von Bent Branderup und Bianca Grön

Dieses ist der Artikel 1 von 8 in der Serie Rezensionen

Diary of Swan Einen Dank an Bianca Grön, welche mir dieses Foto für den Artikel zur Verfügung gestellt hat. Den Link zum Trailer findet Ihr am Ende des Artikels

Diary of Swan
Einen Dank an Bianca Grön, welche mir dieses Foto für den Artikel zur Verfügung gestellt hat.
Den Link zum Trailer findet Ihr
am Ende des Artikels

Schon länger überlegte ich mir das Video „Diary of Swan“ von Bent Branderup und Bianca Grön anzuschaffen. „Anzuschaffen“ ist nicht der richtige Ausdruck, denn man bekommt nur einen Onlinezugang zum Video. Dies war auch der Punkt, der mich so lange zögern ließ. Dennoch konnte ich der Versuchung nicht widerstehen.

Bent Branderup zeigt in diesem Video von 2:20 Std. Länge die Ausbildung seines PRE-Hengstes, welchen er „Swan“ nach einem historischem, diesem ähnlichen Pferd, getauft hatte. Wir begleiten das erste Jahr, vom rohen Pferd bis zum eingerittenen Youngster.

Interessant sind zwei Vorgaben: erstens, Swan ist ein wirklich rohes Pferd, aufgewachsen mit Gleichaltrigen sozusagen in der Wildnis, wie es heute noch in Spanien häufig praktiziert wird. Und zweitens, Swan ist vier Jahre alt, als die Arbeit beginnt. Dies war früher übrigens das übliche Alter um mit der Ausbildung der Pferde anzufangen.

Die Ausbildung beginnt Branderup immer sorgfältig vom Boden aus. Erst wenn ein Schritt der Gymnastizierung geschafft ist, beginnt er mit dem nächsten. Ich sage „Gymnastizierung“, weil der Begriff „Übung“ hier irreführen kann. Es werden nicht, wie bei der FN, Übungen abgeritten, deren Zweck den Reitschülern längst nicht mehr bekannt ist, und das Pferd dabei mehr oder weniger zufällig gymnastiziert wird, sondern alle Übungen im Video dienen der Gymnastizierung der einzelnen Muskelgruppen. Auch muss Swan erst die Hilfen lernen und begreifen. Ganz besonders gefällt mir eine Stelle im Video, das mit einem Klavierstück unterlegt ist, welches das Lernen und Üben nochmals verdeutlicht.

Bent Branderup trainiert Swan über Schulterherein und Kruppeherein wie es auch Guérinière getan hat und vor diesem bestimmt auch bereits andere. Swan baut, wie man sehen kann, in dieser Zeit Muskel auf, wird geschmeidig und gewinnt an Selbstvertrauen.

Nun habe ich ja Príncipe, welcher demnächst 3 Jahre alt wird. Natürlich ist er schon in der „Ausbildung“ bei mir, was aber nicht einreiten und longieren bedeutet, sondern Freundschaft und Vertrauensaufbau – und Respekt, junge Hengste brauchen auch dies. „Vorarbeiten“ werde ich erst im Herbst, wenn er 3,5 Jahre alt ist, richtig anfangen dann mit 4 im nächsten Sommer. Leider sagt Bent Branderup nicht, wie oft und wie lange er mit Swan diese Gymnastik betreibt. Ich werde sie am Anfang nicht länger als 20 min halten, vielleicht zwei mal am Tag. Es wird Tage ohne Training geben, weil ich beruflich unterwegs bin. Aus meiner Erfahrung raus wird es jungen Pferden sehr bald langweilig, wenn man immer wieder zu lange das gleiche macht. Auch werde ich etwas anders vorgehen müssen, da ich keine Hilfe von unten habe und bei der Ausbildung der Pferde alleine bin. Ich weiß, das ist nicht ideal und eigentlich auch gefährlich. Doch habe ich meinen Schülern bisher immer sehr vertraut. Wie auch Bent Branderup im Video klar macht, ist das Halten auf Kommando fundamental.

Vertraut machen mit dem Sattel, immer alles erst mal vom Boden aus, biegen, entspannen. Dann vorsichtig das erste Reiten, vorerst noch an der Longe, bis zum Gymnastizieren vom Sattel aus. Ganz nebenbei lernt man was über den Sitz, die Hilfen, Einwirkung von Caveçon und Kandare.

Wir verlassen Branderup und Swan ein gutes Jahr später, Swan versteht die Hilfen und beherrscht im Schritt und Trab die Grundlagen der Seitengänge.

Haben sich die 49,00 € für mich gelohnt? Ja, auf jeden Fall. Ein Aha-Erlebnis für mich war der Gebrauch der Gerte als Verlängerung des Arms und als „Zeigestab“. Diese habe ich bisher zwar von Boden aus verwendet, aber beim Reiten weggelassen, da ich bisher sie nach FN nur als vorwärts treibende Komponente wahrgenommen habe und Vorwärtstreibend bei Vollblutarabern eher kontraproduktiv ist. Wie Branderup sie verwendet ist sie offensichtlich eine sehr große Hilfe, welche ich bei Príncipe verwenden werde. Ich bin sicher, jeder kann hier sein Aha-Erlebnis finden. Des weiteren ist das Video keine Schönmalerei, sondern ein realistisches Tagebuch. Mal geht es schnell vorwärts, mal sehr langsam. Doch das spielt keine Rolle, wenn jede Lehrstunde mit einer kleinen Verbesserung endet. Das Ziel ist nicht eine möglichst schnelle Ausbildung, sondern eine solide für viele Jahre mit dem Pferd in Freundschaft.

Somit finde ich das Video nicht nur für erfahrene Ausbilder, welche reflektieren wollen, empfehlenswert, sondern auch für Anfänger, da man mit Swan ebenfalls die Hilfen erklärt bekommt. Nicht geeignet ist es wohl für Reiter, welche ihre Pferde als „Kracher“ reiten wollen. Viel zu fein und viel zu unspektakulär ist die Gymnastik. Für Umdenker ist das Video allerdings ein geeigneter Einstieg.

Was ich noch erwähnen sollte: das Video ist in einem sehr gut verständlichen Englisch.

Hier der Link für den Trailer:
http://www.bentbranderupshop.com/movieplayer/player/play/id/12/

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Der Mensch muss verpferdet werden

Um dieses schöne Foto zu machen, ging ich wegen der Augenhöhe sogar auf die Knie *g Herr Branderup, danke für das interessante Seminar.

Um dieses Foto zu machen, ging ich wegen der Augenhöhe sogar auf die Knie *g
Herr Branderup, danke für das interessante Seminar.

Dies lehrte uns Bent Branderup auf dem Seminar letztes Wochenende.

Wie Ihr wisst, will ich nach meinem Dornröschenschlaf an meine alten Reitlehren anknüpfen. Im Internet bin ich dann auf Bent Branderup gestoßen und habe mir seine Bücher und DVD besorgt. Auch in youtube lässt sich einiges über ihn finden. Es schien mir interessant genug um es weiterzuverfolgen.

Sabine Oettel, welche die „Ritterprüfung“ bei Bent Branderup abgelegt hatte, organisierte ein Seminar in dem mir nahen Bad Füssing auf der neuen Reitanlage mit Halle und allem drum und dran der Familie Andraschko. Das machte den Kurs wetterunabhängig. Kalt war es dennoch und wir hatten uns alle in warme Decken eingemummelt. Die Andraschkos versorgten die Teilnehmer mit Kaffee, Kuchen und einer ausgezeichneten Gulaschsuppe – für 1 €. (Den Kuchen ließ ich stehen – seufz -, sollen bei mir doch bis Ende des Jahres 20 kg runter.)

Zuerst gab es Theorie. Die Biomechanik des Pferdes und der entsprechend darauf eingehende Sitz. Nach all dem Baucher und Racinet endlich jemand, der das ausführlich erklärte, was mir meine alten Lehrer beibrachten. Ich bin also doch nicht so ganz alleine damit.

Nach der Theorie ging’s in die Praxis. Reiter stellten sich und ihre Pferde vor. Herr Branderup zeigte eine Engelsgeduld. Jeder Teilnehmer nahm etwas aus dem Kurs mit. Er korrigierte nicht nur den Sitz, er zeigte, wie man ein Pferd dazu bringt, aufmerksam seinem Lehrer gegenüber zu sein. Es waren Pferde allen Ausbildungsstandes da, er machte keinen Unterschied, sondern passte seine Unterweisungen dem jeweiligen Paar an.

Der erste Tag ging von 9 Uhr bis wohl nach 20 Uhr. Leider konnte ich nicht bis ganz zum Schluss bleiben, da meine eigenen Pferde aus dem Schlamm geholt und gefüttert werden mussten.

Auch der zweite Tag begann mit Theorie: Aufstellen eines Lehrplanes für das eigene Pferd und der Ablauf eines Trainings. Branderup hat Recht, wenn er sagt, dass wir alle mehr oder weniger Autodidakten sind und uns selbst weiterbilden. Dies traf und trifft besonders für mich zu, und ich denke für die meisten anderen Teilnehmer auch. Habe ich mich doch aus der FN-Schule schon vor Jahrzehnten verabschieden, weil nicht das, was in den Richtlinien für Reiten und Fahren etwas drinsteht, mir nicht gefällt, sondern weil die FN-Reitlehrer gerade das NICHT unterrichten. Vorne halten, hintern treiben und immer schön linksrechtslinksrechts… Ihr kennt das ja – DAS wird unterrichtet und hat mit den Richtlinien so gar nichts zu tun.

Auch hier war der Ausbildungsstand der Pferde und Reiter nicht ausschlaggebend, sondern dass man mit jeder Lehrstunde eine, wenn auch kleine, Verbesserung erreicht. Und damit es dann tatsächlich eine Verbesserung ist, muss man die Psyche und die Physis seines Pferde kennen. Man muss sich verpferden.

So um 15 Uhr war der Kurs dann vorbei. Schade.

Als ich heimfuhr war ich doch ein bisschen niedergeschlagen. Irgendwie hatte ich, vielleicht in meiner Arroganz, erwartet, doch mehr Gleichgesinnte zu treffen. Die gab es wahrscheinlich auch, doch das Wochenende war für mich viel zu kurz, um diese zu finden.

Im Stall dann schmusten mit mir meine beiden Hengste, der junge Príncipe mit seinen bald drei Jahren und der erfahrene Squire mit seinen 32. DAS sind meine Gleichgesinnten.

Príncipe und Squire im Herbst 2012.

Príncipe und Squire im Herbst 2012.

 

Bent Branderup:     www.bentbranderuptrainer.com

Sabine Oettel:         http://www.akademische-reitkunst.at/

Familie Andraschko:     http://www.der-barockreiter.de/

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