Der One-Rein-Stop

Vor ein paar Tagen schrieb mich eine junge Frau an, welche meinen Artikel „ANGST“ gelesen hatte. Nun ist meine Antwort so umfangreich geworden, dass ich die Mail an sie in meinen Blog stelle.

Liebe Silke, ich verwende einfach mal Deinen Vornamen hier, ich denke, dass Du Dich erkennst, für die anderen aber anonym bist.

Liebe Silke,

Deine Angst hat einen sehr konkreten Grund: Dein Pferd stürmt einfach los.

Ich hole mal ein bisschen aus: mein Reitideal ist das nach Pluvinel, welcher in der Renaissance Ludwig XIII unterrichtete. Ich suchte daher, um zu ihm einen besseren Zugang zu bekommen, Reitweisen, welche nicht von der FN/H.DV.12 beeinflusst – vielleicht sollte ich besser: verseucht sagen? – waren. Auf meiner Suche über die kalifonische Reitweise, welche sogar noch vor Pluvinel praktiziert wurde und direkt von den Spaniern kam, stieß ich auf Buck Brannaman. Der Artikel, auf den Du Dich beziehst, ging auch über den Kurs bei dessen Schüler Paul Dietz.

Buck Brannaman sagt: Gegen Angst hilft Wissen.

Du musst nun wissen, wie Du dieser Situation, wenn Dein Pferd losstürmt, begegnest.

Dazu habe ich den ONE-Rein-Stop mit Príncipe geübt. Er war damals 4,5 Jahre alt, und wir beide leider alleine mit ihm auf meinem Reitplätzchen. Es war also auch eine Frage meiner Sicherheit und der meines geliebten jungen Pferdemanns. Ich kann Dir hier meine Erfahrung mitteilen. Wie Dein Pferd das aufnimmt, weiß ich allerdings nicht. Die Gefährdung für Dich und Dein Pferd musst Du einschätzen, dafür kann ich natürlich keine Verantwortung übernehmen.

Besonders schön mit dieser Technik finde ich, dass sie Dein Verhältnis zum Pferd nicht trübt. – Ich gehe davon aus, dass Eure „Rangfolge“ geklärt ist, und er nur dieses Losstürmen zeigt, Dich sonst nicht rempelt und vom Boden aus kooperativ ist. – Es ist letztendlich seine Entscheidung, loszustürmen um dann im kleinen Kreis im One-rein-Stopp zu landen. Er kann es ja auch sein lassen – was er mit Sicherheit bald tun wird.

Ziel ist es, durch die Menge der anderen Pferde entspannt am durchhängenden Zügel zu reiten.

Der One-Rein-Stop geht so:

Dazu verwende eine Trense. Die Kandare, das mechanisches Hackamore ist dafür ungeeignet. Wenn Du einen Nasenriemen verwendest, dann schnalle ihn ganz locker, am besten lässt Du ihn ganz weg. Baue im Maul keinerlei Druck auf, weder aktiv noch passiv. Die Trense darf sich nicht durch das Maul ziehen, wenn Du keine D- oder Knebeltrense hast, binde einen Kinnkiemen unter dem Kinn in beide Ringe, dieser verhindert ebenso das Durchziehen – wenn Du weißt, was ich meine. – Ach ja, fast vergessen: Reiten heißt in diesen Phasen Schritt am DURCHHÄNGENDEN Zügel. Nimm den Zügen nicht auf, versuche nicht Dein Pferd durch Zurückziehen zu stoppen. Er wird sich nur wehren und das nächste Mal mit noch mehr Kraft nach vorne reißen.

1. Das Pferd lernt sanft den Kopf zu den Seiten zu nehmen: Du bringst Deinem Pferd bei, den Kopf, auf die Seite (beide) zu nehmen, wenn Du den jeweiligen Zügel auf dieser Seite verkürzt. Merke! Du ziehst den Kopf des Pferdes NICHT! rum, es hat gelernt auf diese Signal den Kopf auf dieser Seite nach hinten zu nehmen. Auf diesem Video kannst Du es sehen: https://www.youtube.com/watch?v=3BWm2sz52sc DAS KANN MAN AM ANFANG SEHR GUT AUCH VOM BODEN AUS IHM BEIBRINGEN, sogar in der Box oder Stallgasse. Für alle Mobbingkritteler: Nein, das Pferd fällt nicht tot um, es wird auch nicht die Wirbelsäule beschädigt. Es bekommt dadurch keinen seelischen Schaden, weder explodiert es, noch implodiert es.

2. Zur Seite treten der Hinterhand – Entkoppeln der Hinterhand: Nun sitzt Du auf Deinem Pferd. Du nimmst den Kopf des Pferde wieder rum und lässt erst dann den Zügel auf der Seite fallen, wenn Dein Pferd mit der Hinterhand einen Schritt zur anderen Seite macht, sozusagen mit ihr „ausfällt“. (Hier wirst Du bestimmt die meisten blöden Worte von Kollegen hören) Es wird erst mal verschieden Sachen herumprobieren, bis es merkt, was Du meinst. Wichtig ist das Timing des Loslassens.

3. Du bringst ihm bei, anzuhalten: Nun geht Dein Pferd im Schritt. Setzte das Signal zum Zurseitenehmen des Kopfes Deinem Pferd. Das Pferd macht nun mit der Hinterhand ausfallende Schritte zur anderen Seite. Der Kopf Deines Pferdes bleibt so lange nach hinten gebogen, bis es anhält. Egal wie lange es im engen Kreis geht, bleibe emotional neutral. Irgendwann wird es ihm zu doof und es hält an. Wenn es anhält, lässt Du den Zügel sofort fallen, als ob er heiß wäre. Sehr schnell hat das Pferd gelernt, anzuhalten, denn es ist langweilig, lange so eng im Kreis zu gehen. Wichtig: DU bleibst emotional neutral – ich weiß, ist nicht einfach.

Die Phase am Anfang im Schritt ist wichtig, denn das Pferd muss erstmal darin seine Balance finden. Der One-Rein-Stop „entkoppelt“ die Hinterhand von der Vorderhand, das heißt, Du nimmst Deinem Pferd schlicht und ergreifend durch das Seitwärtstreten der Hinterhand die Kraft, mit dieser nach vorne zu schnellen. – Das ist natürlich das Gegenteil jedes Ziel des Reitens, bei dem man mit der korrekten Biegung die effizienteste Kraftrichtung steuert, das Gegenteil vom erstrebten Geraderichten.

Nach dem Schritt, übe das im Trab, so dass er auch lernt, hier seine Beine zu sortieren. Bedenke, wenn er es auch der einen Seite kann, heißt es noch langen nicht, dass er es auch auf der anderen Seite beherrscht.

Über das erstmal alleine, bis er verstanden hat und sicher macht.

4. Dann bitte eine Freundin mit ihrem Pferd dazu, welche sich erstmal auf Abstand hält. Über für Dich die One-Rein-Stops. Wenn das – schon Routine – klappt, sucht dann gemeinsam die Situation, wenn er losstürmen will, und Du machst seinen One-Rein-Stop. Sicher merkst Du, wenn Dein Großer wieder los will. Wenn es geht, mache also einen One-Rein-Stop, bevor er los düst. Das wäre das Beste. Doch es macht nichts, wenn Du ihn erst beim Losgehen so stoppst. Lass ihm hinten im kleinen Kreis weichen. Er kann nicht mehr losstürmen, buckeln, steigen. Du hast seinen Motor sozusagen entkoppelt. Mache das ohne Schimpfen oder dergleichen, bleibe neutral. Mir hat das eine sehr große Sicherheit gegeben, ich bekomme damit diese ganzen gefährlichen Situationen in den Griff. Wenn Du in der Halle bist, ist das sowieso kein Problem, schwierig würde es nur im Gelände auf einem Hang werden oder bei hohem Tempo auf rutschigen Boden.

Übt das so lange, auch in mehreren „Sitzungen“ bis er entspannt ist.

5. Nun kommen weiter Pferde dazu. Rede mit dem Reitlehrer/den anderen, erkläre Ihnen die Situation. Wenn einer Bedenken hat, lass ihn/sie außen vor.

6. Nun solltest Du so weit sein, dass Du entspannt auf dem Pferd sitzt, wenn auch mehrere in der Halle sind. Wenn Du merkst, er spannt die Muskeln zum Losstürmen an: One-Rein-Stop.

Beim Kurs damals bin ich dann schon ganz anders entspannt auf mein Pferd gestiegen. Am Anfang war ich sehr „streng“ und habe schon bei jedem kleinen hengstischem Aufgebaue den One-Rein-Stop gemacht, bis er geistig wieder bei mir war. Heute bin ich spannt. Allerdings achte ich immer noch darauf, dass der Boden meines kleinen Reitplätzchens nicht rutschig ist, so dass ich jederzeit meinen Stopp machen kann, ohne zu befürchten, dass wir beide gemeinsamen hinfallen.

Manche haben das als nicht echten Gehorsam bezeichnet, sondern als „in Hilflosigkeit bringen“ bezeichnet. Stimmt. Es ist eine Notbremse. Es ist gut, wenn ein Pferd das kann und, wenn man Glück hat, muss man sie nie anwenden. Bei unseren beiden eben leider doch.

Ich habe diese Technik mit Príncipe so geübt, dass er dabei immer seine Balance behielt. Wenn er sich mehr auf die anderen Pferde als auf mich konzentrierte, machte ich diesen One-Rein-Stop. Nach dem ersten Überwinden zum Aufsitzen dann, merkte ich, wie einfach es ist. Dadurch entspannt man sich und damit auch das Pferd.

Ich hatte in diesem Fall halt das Glück, dies vorher zu üben und dann beim Kurs einsetzen zu können, da unser Lehrer dies auch lehrte. Schwieriger wird es bestimmt, wenn man von anderen bekrittelt und mit guten Ratschlagen zu geschmissen wird.

Ich habe hier mal Videos über eine Stute rausgesucht, die buckelte. Tierarzt und alle anderen möglichen Leute haben keine Ursachen gefunden. Es schien einfach eine schlechte Angewohnheit zu sein.

https://www.youtube.com/watch?v=tiU5yufWchk

https://www.youtube.com/watch?v=R85JsLhZQKY

https://www.youtube.com/watch?v=bhHKY9JjlXM

Welche Trainer ich Dir empfehlen kann? Den oben genannten Paul Dietz, welcher im Sommer wieder nach Deutschland kommt. Aber auch Bernd Hackl, der von deutschen Reitern oftmals geschmäht wird. Ich überhöre sowas, da die anderen gar nicht wissen, was sie da beurteilen.

Sicher gibt es viele Weg Dein Problem mit Deinem Schatz zu lösen. Hier habe ich Dir einen aufgezeigt, der mir geholfen hat und mein Verhältnis zu Príncipe sogar noch vertiefte.

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ANGST

Dieses ist der Artikel 2 von 2 in der Serie Die innere Stärke des Reiters
Harmonie und innere Zufriedenheit bei Mensch und Pferd. Bild aus "Ecole de Cavalerie. (mit freundlicher Genehmigung der bayerischen Staatsbibliothek

Harmonie und innere Zufriedenheit bei Mensch und Pferd.
Bild aus „Ecole de Cavalerie. (mit freundlicher Genehmigung der bayerischen Staatsbibliothek)

Eigentlich sollte dies ein Bericht werden über den Kurs mit Paul Dietz, welcher aus den Staaten nach Europa kam und hier Horsmanship im besten Sinne des Wortes unterrichtete. Er ist ein Schüler meines geschätzten Buck Brannaman (das hat so gar nichts mit Parelli zu tun, was man hier in Deutschland immer dazusagen muss) und kam auf Einladung von Karin Thümler auf den Kiesenhof bei Freystadt vom 7. Bis 10. August 2015. Doch, Ihr wisst ja, bei mir wird immer so eine ganz persönliche Sicht und Sache daraus.

Ich buchte den Kurs Monate zuvor, weil ich Príncipe beibringen wollte, sich gelassen zwischen fremden Pferde zu bewegen und auf mich zu hören. Príncipe ist ein nun 5 jähriger P.R.E., Hengst, und in seiner zweiten – schwierigen – Pupertätsphase. An alle, die es nicht wissen: ein Pferd ist erst mit ca. 6,5 Jahren wirklich ausgewachsen. Príncipe ist in den Alter, in dem ein Hengst seine Stellung in seiner Hengstgruppe festigt – das hat nichts mit der Stutenherde zu tun. Wo das steht? Meine Erfahrung aus 42 Jahre Hengsthaltung. Es ist immer das Gleiche. Und so dachte ich mir, dass Paul Dietz und seine Teilnehmer genau die Richtigen sind. Hengste werden im Übrigen ja als Monster angesehen.

Ich kam am Vorabend spät, schon nachts, am Stall an – mit der denkbar schlechtesten seelischen Verfassung. Seit dem Tod meines Mannes gibt es immer ein auf und ab. Und es gab sehr viel Aufregung in letzter Zeit, ich hatte Cortes gekauft. Dazu noch der Kurs, bei dem ich über 4 Tage von zuhause weg war. So dick muss es mir ja keiner nachmachen, aber Ihr kennt solche Zeiten bestimmt auch. Príncipe, dann endlich ausgeladen und in seiner Gastbox, stand natürlich nur noch auf zwei Beinen und versuchte über die Wände zu klettern, der Affe. All die Bedenken, welche die Stallbesitzerin aus schlechter Erfahrung hatte, schienen sich zu bewahrheiten und ich bedanke mich an dieser Stelle für die Geduld und Fürsorge für meinen Schatz. Als ich später im viel zu heißen Hotelzimmer war, nahm ich mir eigentlich vor, am nächsten Tag wieder abzureisen.

Und schon machte es mal wieder „klick“ – in den Ursulamodus geschaltet: das ziehe ich jetzt durch. Geholfen dabei hat mir auch die Unterstützung von Paul Dietz und seiner Frau Christine und die der anderen Teilnehmer. Ich bedanke mich hiermit bei ihnen für die Geduld und die Rücksichtnahme und – die Schokocroissants!

Das waren die Rahmenbedingungen, nun will ich endlich zum Thema kommen:

Am dritten Tag wollte ich Príncipe dann endlich reiten. Zuhause hatten wir geübt, dass ich ihn auch bei Aufregung unter Kontrolle habe und ihn in die Gelassenheit bringe. Ich stand also vor meinem Pferd und wollte aufsteigen – soweit der Plan – und bekam Angst.

Meine Knie wurden weich, die Muskel zittrig. Ich bekam schwer Luft. In meinem Kopf bildete sich das Bild eines explodierenden Pferdes und einer in tausend Teile zerbrochenen Ursula. Christine merkte dies und bot mir Ihre Hilfe an. Ich bat sie, Príncipe zu reiten, was sie nach einem Umsatteln auf einen ihr vertrauten Sattel tat. Príncipe war aufgeregt, aber sie ritten mitten zwischen den anderen Pferden. Und ich? Ich saß mit Tränen auf der Aufsteighilfe. So weit ist es mit mir gekommen. Ich traute mich nicht mein geliebtes Pferd zu reiten.

„Klick“ – Ursulamodus:

Was sagte Buck Brannaman? „Das beste Mittel gegen Angst ist Wissen.“

Also Analyse:

Erst einmal, was ist „Angst“ eigentlich? Zuerst muss zwischen „Angst“ und „Furcht“ unterscheiden. Ich will die Erklärung mit einem Wikipediazitat abkürzen: „Im Gegensatz zur Angst ist die Furcht meist rational begründbar und wirklichkeitsgerecht.“ Angst ist also nur ein Gespenst.

Und damit bin ich schon beim Kern des Problems. Natürlich ist Príncipe ein kraftvoller, junger Hengst, und natürlich bin ich körperlich noch nicht so fit, wie ich es wieder sein will. Und natürlich bin ich keine 20 Jahre alt mehr. All dies ist ein fruchtbarer Boden, denn das sind meine eigenen Bedenken. Sie lösen eine gesunde Furcht aus, welche dann in vorbeugenden Maßnahmen endet: Reithelm, Können des Pferdes, One-rein-stop, Ausrüstung.

Alles gemacht, dennoch diese Angst? Diese Bilder im Kopf? Und schon haben wir es: das sind nicht meine. Es sind fremde, welche nur auf diesen fruchtbaren Boden gefallen sind. Und jeden, den ich in den letzten Jahren um Rat gefragt habe, hat es nur noch schlimmer gemacht. Diese Ratschläge waren sicher gut gemeint, doch bewirkten sie das Gegenteil: „Weißt du, warum du nie wieder so entspannt reiten wirst? Du denkst zu viel, und damit ist das vorbei.“ Aha, ich werde also für immer angstvoll reiten? „Du bist eine tolle Theoretikerin, willst du dir das aber in der Praxis auch zumuten? Da kannst du doch nur verlieren…“ Hä? Sicher kennt Ihr solche Sprüche. Auch sind in letzter Zeit berühmte Reiter tödlich verunglückt, und die Aussage meines Helden „Steige nie aufs Pferd, wenn du ein ungutes Gefühl hast.“ kam ebenfalls erschwerend hinzu.

Weiter in der Analyse:

Wie groß ist die Gefahr denn wirklich? Der Kurs war in eine sehr gepflegten Reithalle, bei welcher die Türen trotz der enormen Hitze geschlossen blieben. Boden weich. Sehr hohe Bande.

Wann bin ich jemals vom Pferd gefallen? Ich erinnere mich in 47 Reitjahren an 4 mal. Nur einmal war es wirklich gefährlich, als ich auf Asphalt gefallen bin. Kein schlechter Schnitt für so viele Jahre.

Was kann ich tun, wenn Príncipe irgendwas Doofes macht? Ich kann den geübten One-rein-stop anwenden, der sowieso zum Kursprogramm gehört. Auch kann ich ihn gegen die Bande lenken und ihn zum Stehen bringen. Ich kann „Notabsteigen“.

Wann fühle ich mit besonders für Angst empfänglich? Das hatte ich an dem 3.Tag gemerkt: wenn mir jemand hilft. Für mich war es schon immer besser, mich mit etwas alleine auseinanderzusetzen. Meinen eigenen Stiefel zu machen, mein eigenes Tempo und Vorgehen.

Was will ich erreichen? Ich will mit Príncipe gelassen und aufmerksam die Übungen machen, welche Paul anweist, um den Pferde eine höhere körperliche Geschicklichkeit zu geben. Dabei soll sich mein Liebling auf mich konzentrieren, und, wie zuhause, Spaß am Lernen haben.

Und außerdem: ich bin ich – unabhängig, eigenständig, ich bestimme mein Leben, und ich lasse mir das doch nicht von so einer Angst verderben. Pferde sind mein Lebensinhalt, darum mache ich doch das ganze berufliche Zeugs. Und MEIN Príncipe gehört zu meinen Lebenstraum, denn ich nun umsetze. MEINS – ENDE.

Am nächsten und letzten Tag des Kurses in meiner Hallenecke ohne fremde Hilfe aufgestiegen und meinen Kleinen ganz einfach mit dem One-rein-stop gelassen gemacht. Wenn er ruhig war, die Übungen mit den anderen mitgemacht. Allerdings auch noch eigene, z. B. auf einen Punkt hin geradeaus zu gehen, was gar nicht so einfach ist, wenn noch Aufregung im Pferd ist. Und folgende Übung haben wir neu gelernt: Rückwärtsrichten (bitte nicht mit dem FN-Rückwärtsrichten verwechseln), so dass die Hinterhand unter dem Pferd ist und daraus einen Schritt mit der Vorderhand seitwärts.

So lange sind wir noch nie an einem Stück geritten, es waren bestimmt 2 Stunden. Doch sollte ich dazu noch sagen, dass beim Kurs viel gestanden wurde, als Paul Themen erklärte. Dies gab den Pferden Gelegenheit, immer über das Gelernte nachzudenken und war zugleich wiederum eine Gelassenheitsübung. Príncipe tut so was immer sehr gut.

Als dann Príncipe völlig in mir und unseren Übungen aufgegangen ist und die anderen Pferde vergessen waren, stieg ich ab. Paul fragte mich, was ich mache, und ich erklärte ihm, dass ich nun den Kurs beende, denn ich habe erreicht, was ich wollte. Es konnte von hier ab nur wieder schlechter werden. Ich nahm meinen Schatz und ging zum Stall.

Die anderen erzählten mir später, dass ihnen Paul gesagt hatte, als er Príncipe sah, wie schön er sich auf mich konzentrierte, er mit vorschlagen wollte aufzuhören, weil es nur wieder schlechter werden konnte. Doch da sah er mich schon absteigen. Wir hatten wohl das gleiche Timing.

In diesen Tagen bekam ich einen großen Teil meiner selbst zurück.

Es würde mich freuen, wenn ich durch die Analyse jemanden helfen konnte, der ebenfalls Angstprobleme hat.

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