Lasst uns über das Gewicht reden!

oder: Ist Abnehmen möglich? Ja, ist es.

Unsere erste Piaffe an der Hand. Jaja, Wolfgang, man soll nicht mit hopsen, aber so hat er es erstmal verstanden, was ich will 🙂

Jetzt wird’s schwierig – oder leicht, je nachdem.

Zuerst einmal, ich bin keine Ärztin oder Ernährungsberaterin, hier handelt es sich um einen reinen Erfahrungsbericht. Der Leser, die Leserin bleibt in der Eigenverantwortung.

Und: hier geht es nicht um die Diskussion, wieviel Gewicht ein Pferd tragen kann. Daher meine Meinung vorneweg: Wenn man vernünftig ist, auf sein Pferd hört und es nicht übertreibt, ist es durchaus in der Lage, „Gewicht“ zu tragen.

Hier geht es um das Gewicht im Zusammenhang mit Gesundheit und – nicht zuletzt – um die reiterliche Fitness. Warum schreibe ich nun darüber? Weil ich es am eigenen Leibe erfahren habe. Dieser Artikel soll all jenen helfen, welche beim Reiten durch Gewichtsreduktion einfach fitter werden wollen. Ich oute mich hier auch sehr weit, weil ich hoffe, Euch damit zu helfen.

Und warum schreibe denn nun ausgerechnet ich darüber? Weil ich die ersten 20 kg schon verloren habe, und an den nächsten 20 kg arbeite. Es gab zwar Pausen, leider auch durch persönliche Gründe, aber auch viele Erkenntnisse daraus. Doch es gab nie ein Rückschritt, in den Pausen habe ich mein Gewicht gehalten.

Der erste Teil behandelt das Wissen, der zweite das, was wir so dumm mit „Schweinehund“ bezeichnen, den es gar nicht gibt.

1.Teil: das Wissen!

Abends nicht mehr essen, keine Kohlenhydrate, ja nicht zu wenig essen – Achtung Hungermodus… der Behauptungen und Zauberformeln gibt es gar viele. Ich habe sie alle durch… und nahm trotzdem zu.

Ausgangssituation: 56 Jahre alt, als ich anfing, 162 cm groß, und ich traue es mich kaum hinzuschreiben: 93 kg. Ich empfand mich nicht als dick, sondern als mollig, doch ich war Adipositas Grad 2. BMI 35,4

Also der BMI. Kennt Ihr ja: das ist der Wert, der einen Bodybuilder als zu dick abstempelt und da wir ja alle austrainierten Bodybuilder sind, also uns auch. Weg damit…

Was ist denn der BMI? Er ist kein Schönheitsmaß, sondern eine Risikozahl für unsere Gesundheit. Er entstand in den 70ger, als sich die Menschen noch mehr bewegten als heute, d. h. noch mehr Muskeln hatten. Tatsächlich ist es wohl so, dass der BMI wirklich mittlerweile ungenau ist, aber in die andere Richtung. Man kann im „gesunden“ BMI-Bereich liegen und dennoch einen zu hohen Körperfettanteil haben, da den heutigen Büromenschen einfach die Muskeln fehlen. Da wir hier aber alle Pferdeleute sind, die Stall ausmisten, reiten, Pferde putzen und sonst körperlich gut unterwegs sind, zähle ich uns mal nicht zu den Couchpotatos.

Und NEIN, der Stoffwechsel und der BMI ändern sich im Alter nicht. Im Alter wird das Risiko bei einem Eingriff nicht geringer, wenn der BMI größer wird. Nur der Durchschnitt der Menschen bewegen sich im Alter weniger, dadurch verbrauchen sie weniger Energie. Bei uns Frauen kommt noch das Menoende (Menopause ist ja wohl falsch, als ob es eine Pause wäre.) hinzu, was eine geringeren Verbrauch zwischen 100 und 200 kcal bedingt. Daher werden viele Frauen im „Alter“ langsam dick, weil sie ihre Energieaufnahme nicht anpassen. Ich finde es daher geradezu gefährlich sogar von Krankenkassen, ältere Menschen zu suggerieren, ein höherer BMI wäre unbedenklich.

Die Grundlage, und das ist und bleibt so: Wenn man mehr Energie aufnimmt, als man verbraucht, legt man Fettreserven an, welche dann zur Verfügung stehen, wenn man weniger Energie zu sich nimmt als man verbraucht. Damit überleben – ich behaupte mal – alle Wirbeltiere auf der Erde. Und das gilt auch für uns Menschen. Wunderbar eingerichtet von der Evolution. Egal, was Ihr sonst noch so gelesen habt: DAS ist die Grundlage, wenn man tatsächlich zu messen anfängt, alles andere sind Meinungen und Selbstauskünfte (die auch mir ein Verzerrtes Bild über mich geliefert haben).

Wenn Du es nicht misst, weißt Du es nicht.

Ich will es mal an meinem Beispiel erklären.

Dann messen wir mal:

Größe: 162 cm, Gewicht 93 kg, weiblich, jenseits der Wechseljahre = Grundumsatz 1269 kcal pro Tag.

Woher ich das weiß? Pages wie z.B. Diäthelfer. Einfach die Werte eingeben. Für Euch, die Ihr, wie ich damals im Adipositasbereich sind, nehmt die „Mifflin-St. Jeor“ Einstellung mit der Broca-Index-Anpassung. Diese Berücksichtigt, dass sie die Verbrauchskurve nach oben tatsächlich etwas abflacht. Je schwerer man ist, umso mehr verbraucht man.

Doch ich habe es tatsächlich gleich anders gemacht, ich bin gleich von meinem Wunschgewicht ausgegangen: 55 kg, das ist ein BMI von 20,2, also nett so in der Mitte. Mein Normalgewicht reicht von 52 – 66 kg.

Also nochmal: 162 cm, Gewicht 55 kg, weiblich, jenseits der Wechseljahre = Grundumsatz 1122 kcal pro Tag. Und da bekam ich den ersten Schreck… So wenig, wie soll ich das jemals schaffen?

Aber weiter: Der Grundumsatz ist das, was mein Körper braucht, wenn ich sozusagen komatös auf der Couch liege und NIX mache.

Dazu kommt noch der Leistungsumsatz, das ist das, was man durch Laufen, Treppensteigen, kochen, usw. zusätzlich verbraucht. Hier habe ich das niedrigmöglichste eingegeben: Sitzende Couchpotoato:

Am Schluss errechnet sich ein Gesamtverbrauch von 1436 kcal (Grund-+Leistungsumsatz) pro Tag. Und tatsächlich, das ist der Verbrauch, den mein Applezeugs am Handgelenkt und in der Tasche misst – an normalen Berufstagen mit Autofahren, Schreibtischarbeit, etwas rumlaufen, Pferde und Hunde füttern, einkaufen, also ein normaler Tag (Misten muss ich im Sommer nicht, an solchen Tagen schaffe ich es bis zu 2000 kcal). Ich gehe davon aus, dass dies so stimmt. Den Sport-/Mistverbrauch zähle ich grundsätzlich nicht mit, sondern freue mich über die zusätzlich verbrauchen Kalorien.

Also sind wir nun bei 1500 kcal pro Tag, welche ich sicher verbrenne.

Nun will ich aber abnehmen. Jetzt wird’s interessant:

Um 1 kg Körpergewicht abzunehmen, muss man 7000 kcal mehr verbrauchen als man zu sich nimmt. 9000 kcal wären es, wenn es reines Fett wäre, aber ein kg Körpergewicht hat auch einen gewissen Wasseranteil. Später mehr.

Also 7000 kcal. Nun habe ich 1500 kcal zum Abnehmen zur Verfügung. Jetzt rechne ich von hinten auf: Was brauche ich denn mindestens, um gesund zu leben? Und hier – NEIN – nicht den Grundumsatz, sondern ein Mindestmaß an Protein und Fett. Man sagt auf einschlägigen Seiten, dass es 2 g Protein sein sollte, pro 1 kg bei Normalgewicht, bei mir also 110 g bei 55 kg. Dieser Wert ist von Leistungssportlern, die DGL empfiehlt zurzeit für Erwachsene 0,8 g/1kg. Das ist mir zu wenig, vor allem, wenn man Sport macht. Nehme ich Hähnchenbrust, wären es ca. 420 kcal, Harzer: ca. 330kcal, Lupinen: sind es schon 839 kcal, immer noch sehr gut – vegan sollte also auch funktionieren. Da ich kein Vegetarier bin, hat sich herausgestellt, dass ich nebenbei genug essenzielles Fett zu mir nehme und Vitamin B12.

Weiter mit der Rechnerei:

Ich habe mich dazu entschlossen, am Tag auf 1000 kcal runterzugehen. Und – NEIN – ich bin nicht am Organversagen gestorben. Würden unsere Organe tatsächlich versagen, wenn wir unter dem Grundumsatz bleiben, dann hätten unsere Vorfahren, und wir müssen nicht mal in die Steinzeit zurückgehen, meine Eltern als Flüchtlinge reichen schon, um zu wissen, dass das nicht stimmt. Man hat hier die Notwendigkeit der Energie bei Unterernährten Menschen auf alle bezogen, so wie man die Kritik am BMI wegen der Bodybuilder auf alle bezieht. Und noch ein Thema, ja, den „Hungermodus“ gibt es – wie gesagt, bei Menschen, deren Körperfettanteil ein Mindestmaß, bei Frauen so 10%, bei Männern 5%, unterschritten hat. Alle anderen, wie ich, bekommen höchsten etwas kältere Hände, über die ich mich freue, weiß ich doch, da tut sich was. Dies ist vom Körper eine Ersparnis so um die 10 kcal pro Tag! Und nicht, wie ich oftmals lesen, dass der Grundumsatz um die Hälfe heruntergefahren wird. Wäre das so, lägen wir auf der Intensivstation und würden um unser Leben kämpfen.

Zurück zur Rechnerei. Also 1000kcal, ich fülle das Eiweiß und Fett auf, der Rest nach Lust.

Das ist also ein Defizit zu meinem Normaltageverbrauch von 1500 – 1000 = 500 kcal.

Nun wissen wir ja, dass 1 kg Körpergewicht 7000 kcal Defizit bedeuten und schon beantwortet sich die Frage, welche IMMER zuerst gestellt wird: Du hast 20kg abgenommen? IN WELCHER ZEIT? Naja, als 2. Die 20 kg scheinen den meisten so unwahrscheinlich zu sein, dass sie es nicht glauben.

7000kcal / 500 kcal = 14 Tage. Also kann ICH mit meiner Größe, meinem Geschlecht, – und jdw (jenseits der Wechseljahre, was bei mir so 100kcal pro Tag weniger Verbraucht ausmacht), in 14 Tagen 1 kg Körpergewicht abnehmen. In einem Monat sind das 2 kg. In 10 Monaten 20. Und nein, langsam runter ist dann wieder langsam rauf, schnell runter ist schnell wieder rauf, ist auch Unsinn. Dazu später mehr.

Rechnen abgeschlossen.

Welche Energie haben denn nun unsere Lebensmittel?

Kinder, das war der spanneste, erschreckendste und erkenntnisreichste Teil.

Besorgt Euch eine App, und gebt ein, was Ihr esst. Und WIEGT ES AB. Jaja, langweilig, in meiner Abnehmpause merkte ich, dass ich mit meinem Wissen mein Gewicht zwar halten kann, aber nicht abnehme.

Warum ist das so? Ich – man – verschätzt sich, und zwar komplett daneben. Da ich gerne esse unterschätze ich weit, was ich tatsächlich an Energie zu mir genommen habe. Wenn du es nicht misst, weißt du es nicht.

Also messen: Abends habe ich mir früher einen Unterteller(!) mit luftgetrockneter Salami (100g = ca. 500 kcal), Parmesan (100g = ca. 400 kcal) und in Olivenöl eingelegte getrocknete Tomaten gemacht (2 Esslöffel Öl = 250 kcal). Ich habe es man nachgemessen, ich habe mir abends ca 1000kca zusätzlich als kleinen Snack gegeben. Wir wissen ja: 1 kg Körpergewicht sind 7000kcal….

Ich verbinde das mit intermittierendem Fasten, kann man machen, muss man aber nicht. Ich mache hier die 16:8, d.h. ich essen von 20 Uhr bis 12 Uhr nichts, besser: ich nehme in dieser Zeit keine Kalorien zu mir. Wasser, schwarzer Kaffee, zuckerfreie Getränke. Für mich ist es praktisch, weil ich eh ungern frühstücke und so morgens mehr Zeit für meine Tiere habe, bevor ich zum Kundentermin muss. Aber, wie gesagt, IF ist keine Voraussetzung fürs Abnehmen, durch IF nimmt man auch nicht ab, wenn man nicht im Kaloriendefizit ist.

Schritt für Schritt Anleitung:

1. Den eigenen Verbrauch ausrechnen: Leistungsumsatz des Tages. (bei mir 1500 kcal)

2. Den Eiweißbedarf ermitteln (bei mir 110 g) – Fett, ich nehme Omega3 Öle zum Kochen, oder eine Fischölkapsel. Bei mir sind es so 1 Esslöffel/Tag

3. Essen abwiegen und Kcal zählen – leider, man entwickelt Standardgerichte, dann gibt man die einfach ein.

4. Geduld haben – die Waage ist ein Witzbold, dazu gleich mehr…

Soweit die Technik.

Ende Teil 1.

Teil 2.

Die meisten von uns wissen das ja alles – oder habe es schon gehört und habe sich wieder davon abbringen lassen, so wie ich…

Ich glaube, ich habe alles an Diät so durch, das es gibt. Zu gerne habe ich geglaubt, es gibt irgendein Trick. Man muss nur dies oder jenes tun/essen/weglassen, dann nimmt man ab, Hauptsache ansonsten keine Veränderungen. Das mit dem Weglassen stimmt sogar, wenn man den Energiegehalt der Lebensmittel meint. Und da wird es schwierig. Offensichtlich haben wir kein Sinnesorgan, wann wir genug Energie aufgenommen haben – und was heißt genug? Wenn sogar noch vor einer Generation es wichtig war sämtlich zur Verfügung stehende Energie sich einzuverleiben, wer weiß, wann es das nächste Mal wieder etwas gibt?

Ich will hier daher ein paar Themenkreise anreißen, teilweise selbsterlebt, was wir als „Schwäche“, „Disziplinlosigkeit“ und „Schweinehund“ bezeichnen.

1. Unwissen. Wir wissen nicht, wie viele kcal wir brauchen und wie viele wir tatsächlich zu uns nehmen. Das war ich auch, siehe oben mein „Gutenachttellerchen“. Ist man am Tag nur 250 kcal (2 versteckte Esslöffel Öl) über den Gesamttagesbedarf sind das – rechnerechne – das sind in einem Monat ca. 1 kg mehr, in einem Jahr 12, in 2 Jahren 24 kg… schleichend…

dagegen hilft: messen!

2. Trost. Jetzt wird’s lang. Wir essen ohne Hunger. Das „Hungerbedürfnis“ sitzt eher im Hals. Essen tröstet, lenkt ab, macht uns ein gutes Gefühl. Ich hole mal ganz weit aus und bitte nicht böse sein, wenn ich deutlich werde. Einfach überlegen, ob man sich den Schuh anziehen will oder nicht.

Sehr oft habe ich in meinem mittlerweile halben Jahrhundert mit Pferden und ihren Menschen beobachtet, auch in unserem geliebten Facebook (*g) liest man es ja immer wieder, dass unsere Pferde als Trostspender, die echten Freunde, „Atme, sagt das Pferd, atme…“ – Ihr kennt das ja alles – herhalten müssen. Mädels, mal eins klar gesagt: IHR seid die Beschützer Eurer Pferde. Sie verlassen sich auf Euch. Zu oft habe ich erlebt, dass ein nettes, normales, gesundes Pferd sein Verhalten geändert hat, wenn die Besitzerin kam und ihre ganze Lebenslast in der Box ablud. So was funktioniert nicht in der Partnerschaft mit Menschen und erstrecht nicht mit Tieren. Kein Mensch, kein Pferd kann Euch retten. Das müsst Ihr schon selbst machen. Und, glaubt mir, Ihr habt die Kraft dazu. Ich bin alt genug, dass zu wissen. Es ist einfach eine Entscheidung. Ihr seid die Beschützer, das Pferd folgt Euch dann, wenn Ihr gelassen voran geht. Ihr braucht keinen Trost, weder beim Pferd noch beim Essen.

Beim Trost gibt es noch eine 2 versteckte Kategorie: die Projektion. Das, was man glaubt selbst zu brauchen, projiziert man auf das arme Tier, dass man gerettet hat. Das Pferd selbst ist längst darüber hinweg, wird aber immer wieder von der Besitzerin runtergezogen. Auch hier habe ich schon solche Verhaltensänderungen von netten Pferden gesehen, sobald die Besitzerin kam, sofort nach dem DEM Trauma Ausschau hielt. Nicht wiederzuerkennen. Weil das Pferd seiner Besitzerin gefallen wollte, verhielt es sich entsprechend.

Trost: kenn ich natürlich auch, auch ich habe schon einiges hinter mir. Gerade im letzten Jahr habe ich gemerkt, wie ich in diese Falle immer wieder reinfalle. Doch es ist einfach, es ist eine Entscheidung.

dagegen hilft: Entscheidung! Bewusst machen, tief durchatmen, Opferrolle ablegen, werde der Held Deines Pferdes und Deines Lebens!

3. Sucht. Ich meine hier nicht die 300kg Menschen, welche esssüchtig sind, sondern eine Sucht, welche uns die Kekse essen lässt, obwohl wir es nicht wollen. Wir essen ohne Hunger, wir „gieren“ nach dem Essen. Wir essen nicht, sondern es isst uns. Kennen wir allen, oder? Das ist Chipstütensyndrom. Einen Chip gegessen, die Tüte leer…

Das ist für mich sehr schwer gewesen, da rauszukommen. Durch Zufall geriet ich mal wieder an etwas, was ich eigentlich schon weiß: Zucker. Mich macht Zucker ab einer bestimmten Menge süchtig. Zucker: alle Süßigkeiten, Süßspeisen usw. Und jetzt kommt das gemeine: in aller Fertignahrung und fast allem, was die Nahrungsmittelindustrie in den Fingern hatte. Zucker hat viele Vorteile, er macht haltbar, ist ein Geschmacksträger, billig herzustellen und zu bekommen. Ich lebe in einem Landstrich, der auch von der Zuckerrübe lebt. Die Nachteile für uns „Verbraucher“ kennen wir wohl alle, von Karies bis Diabetes. Zucker hat eine gemeine Eigenschaft, im Gegensatz zu Fett, es macht Hunger auf mehr. Ich weite das man auf konzentrierte Kohlenhydrate aus. Auch Getreidemehle verwandeln sich im Körper zu Zucker. Bitte nicht missverstehen, ich propagiere hier nicht LowCarb, Energietechnisch ist es egal, nur fällt es leichter. 100g Ciabatta haben 340 kcal. Die kann ich mir sparen, so gerne ich es auch mag.

Ich habe erstmal einen Zuckerentzug gemacht, und muss ich immer wieder mal konsequent machen, wenn ich merke, es giert mir nach Süßem. Und – NEIN – die Seele/der Körper nimmt keinen Schaden, wenn man dem nicht nachgibt, ganz im Gegenteil.

dagegen hilft: Zuckerentzug, Nahrungsanalyse – was ist wirklich drin.

4. Die Anderen. Andere Menschen versuchen einem vom Abnehmen abzuhalten, von Boykott aus Unwissenheit (wird ja nicht so schlimm sein, das eine Mal), über Verführung mit Lieblingssachen bis hin zu massivem Druck. Man isst jemand anderem zuliebe, oder weil man dazugehören will, obwohl man keinen Hunger hat.

Auch das kennen wir wohl alle. Sogar eine Ärztin sagte mir neulich: „Zu Ihnen passt das Schlanke aber nicht, sie sind nicht der Typ.“ Nein, sie wollte mir nicht schade, sie hat nur ihren Arztverstand ausgeschaltet. Auch Ärzte sind nur Menschen. Meiner fragte mich neulich: Wie haben Sie es geschafft, so viel abzunehmen? Ich: Kalorienzählen. Er: also doch.

Wir sind nicht mehr gewohnt, echte schlanke Menschen zu sehen, so dass wir adipöse, so wie ich war, als mollig ansehen, und wirklich schlanke mit einem BMI von 19-25 also zu dünn sehen, welche wir „retten“ müssen. Diese „Retten“ hat in der Vergangenheit eine wichtige Rolle gespielt und gehört zu unserem Altruismus. Es war cool, so ein Hungerwürmchen aufzupäppeln. Doch wir sind alle keine Hungerwürmchen mehr.

Und noch ein anderer Punkt. Weil wir glauben, abnehmen ist schwer und man müsste dafür darben, was nicht der Fall ist, denken die anderen, es stimmt etwas nicht, wenn jemand abnimmt. Er hat bestimmt Krebs… Dumm nur, wenn man wie das blühende Leben daherkommt. Dann hat man was in der Psyche… Letztendlich vergleichen wir uns alle miteinander, und wenn es jemand schafft abzunehmen, warum dann ich nicht? Mit der kann was nicht stimmten. Ich bin immer noch über meinem Normalgewicht und habe eine wundervolle Umgebung, dennoch höre sogar ich entsprechende Bemerkungen.

Auch darf ich hier nicht auslassen, dass das Gewicht eines Menschen mit seiner Identität verwechselt wird. Wenn ich hier gegen ein hohes Gewicht bei mir bin, dann weil ich gemerkt habe, wie ungesund das für mich ist. Ich habe mich bei jedem Gewicht attraktiv gefühlt (jo, eingebildet, und? Ich bin nun einfach mal faszinierend… *g). Wer sein Selbstwert von anderen abhängig macht, hat schon verloren. Es wird immer Leute geben, die etwas zu bekritteln haben (was eine echte Kritik ist, lest ihr in einem früheren Artikel von mir), und wenn es nur die Farbe des Sattels ist oder dass man schon wieder Geld für eine neue Schabracke ausgegeben hat. Gibt so ein schönes Buch: „Am Arsch vorbei“. Jeder Mensch ist einmalig und wundervoll, egal, welche Figur er – sie! – hat. Ich für meinen Teil plane mit 90 noch munter durch die Wälder zu reiten, mit gesunden Knien und medikamentenfrei.

dagegen hilft: Langmut, „Lächeln und winken, Männer, lächeln und winken!“ Und manchmal niedlich aussehen ^^

Teil 3:

Obwohl wir nun alle richtig machen, foppt uns die Waage. Daher habe ich eine Checkliste zusammengestellt, die man dann durchgehen kann:

Warum nehme ich nicht ab?

1. der Verbrauch an kcal ist zu hoch berechnet, man verbraucht real weniger.

2. die Kalorienaufnahme ist als zu niedrig angesetzt, man isst real mehr kcal.

3. Wasserschwankungen, die Tage kommen, Muskeln und Faszien werden aufgebaut, Unterversorgung mit Eiweiß z.B. durch Heilfasten und Körnerdiäten, usw. daher mehr Wasser im Gewebe.

4. Der Körper scheint Fettzellen mit Wasser zu füllen, wissenschaftlich gibt es darüber noch keine Untersuchungen. Das Wasser wird dann mit einem Mal losgelassen, das nennt man Whoosh-Effekt. Mein größter Whoosh von einem auf den anderen Tag waren -2,3 kg.

5. Man isst mehr Gemüse und Salate und trinkt mehr. Es ist einfach mehr Gewicht im System. Gerade am Anfang einer Ernährungsumstellung spielt das eine Rolle.

6. Zu hohe Erwartungen: um 1kg Körpergewicht zu verlieren, muss man 7000kcal mehr verbrauchen, als man zu sich nimmt. Ich komme auf ein Minus von 500 kcal pro Tag, das ergibt -2 kg pro Monat, und wie oben schon gesehen, liegt das in meinem Wasserschwankungsbereich.

Epilog:

Warum habe ich diesen Artikel geschrieben? Weil es vielleicht vielen so geht, wie es mir ergangen ist. Das, was auf dem Markt an Ratschlägen ist, finde ich immer sehr lustig. Das schreiben (2m-)Männer übers Abnehmen, deren Grundumsatz allein doppelt so hoch ist wie mein Gesamtumsatz an Kcal. Leute, da abzunehmen ist keine Kunst. Wir müssen nachgucken, was für eine Energiemenge das Zeugs hat, dass wir zu uns nehmen.

Dann wollte ich meine Erfahrung einfach mal niederschreiben, vor allem, weil ich es selbst lange Zeit nicht geglaubt habe, dass es geht (die Anderen und so). Es kursieren so viele Fehlinformationen.

Und: Weil ich die positiven Auswirkungen spüre: keine Bluthochdrucktabletten mehr, meine Knie sind besser – und meine Qualität des Reitens hat sich wiedereingestellt. Was mir Mühe, und Kraft kostete, läuft wie von selbst. Ihr erinnert Euch an meinen Artikel hier „Angst“- auch diese ist wie weggeblasen, weil ich eine bessere Körperbeherrschung habe. Und ich reite schon sehr, sehr lange. Meine Zunahme war schleichend, sie war mir nicht wirklich bewusst. Ich habe mich jahrelang nicht auf die Waage gestellt. Als ich dann mein Gewicht sah, hat mich fast der Schlag getroffen. (Nur wenn man es misst, weiß man es! Hehe)

Und noch einen Vorteil hat das Ganze: man muss sich mit neuen Reitsachen eindecken. Und eine neue Schabracke muss natürlich auch sein!

Eure

Ursula

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