Der Sitz – der Sitz – der Sitz

Bent Branderup erklärt den Sitz. Im Hintergrund ein echter "Branderup" - eine Zeichnung, die sich im Laufe des Vortrages entwickelt und die komplexe Mechanik vom Reiter-Pferde-Paar erklärt.

Bent Branderup erklärt den Sitz. Im Hintergrund ein echter „Branderup“ – eine Zeichnung, die sich im Laufe des Vortrages entwickelt und die komplexe Mechanik vom Reiter-Pferde-Paar erklärt.

Bent Branderup war wieder in Wendlmuth, am 10, und 11.Oktober 2015 auf der Reitanlage der Familie Andraschko, deren wunderschöne Halle den geeigneten Rahmen bietet, und deren Seminarraum für solche Kurse unabdingbar ist. Rahmenbedingungen geschrieben, wie in der Schule gelernt: wer, wann, wo.

Und natürlich gab er wieder eine so große Vielzahl an Informationen, dass es unmöglich ist, alle hier zu erläutern. Darum setze ich – auch mal wieder – meine persönliche Brille auf und habe mir das herausgesucht, was mir in diesem Moment am wichtigsten erscheint.

Diesmal ist es der Sitz. Ich hatte schon mal darüber als Seminarthema von Bent Branderup geschrieben, möchte es diesmal aber in den tieferen Zusammenhang meiner eigenen Studien stellen.

„Der Sitz ist die Primärhilfe.“ Hand und Bein sind nur Sekundärhilfen, die dann angewendet werden, wenn das Pferd noch nicht so weit ist, allein auf den Sitz zu hören. „Ja“, sagt jeder – besser jede – und reitet munter mit Hand und Bein weiter. Und unter uns, es ist erstaunlich, wie katastrophal schlecht auch erfahrene Reiter auf dem Pferd sitzen. Aber davon mehr in weiteren Artikeln hier über dieses Thema.

Es mag vielen müßig erscheinen, sich immer wieder mit diesem Thema zu beschäftigen, doch die Worte dringen nicht in den Verstand. Bent Branderup versucht daher den Ansatz: „wenn Du es fühlst, weißt Du es“. Daher hat es mir sehr gut gefallen, wie Herr Branderup sozusagen „trocken“ zeigte, was er meinte. Und mir hat gefallen, dass er damit an seine alten Videos und Filme anknüpft. Die wirklich alten Meister sehen im Sitz das Reiten. Die Hände spielten in der Gebrauchsreiter gar keine Rolle. Sie wurden nur zu Ausbildung und Unterstützung verwendet.

Es ist sehr schwierig, das Gefühl für den Sitz zu vermitteln, wenn die Schüler in einem Kurs Wunder in den Gangarten erwarten. Der Weg ist lang.

Für mich selbst ist es schwierig, da ich mich mit dem Thema so intensiv beschäftige. Mit geht es fast wie dem Tausendfüßler, dem man erklärte, wie er seine Beine bewegt. Er fängt an, darüber nachzudenken und stolpert – natürlich – dann über seine eigenen Füße. Nur die Liebe brachte ihm in der kleinen Geschichte die Intuition zurück.

Nach all den letzten Jahren komme ich wieder in die aktive Reiterei zurück. Die Zeit dazwischen nutzte ich für ein regelrechtes Studium der Reitkunst. Und ich bin in der glücklichen Lage, zwei bezaubernde Pferde an meiner Seite zu haben, denen nicht nur das Nachdenken Spaß macht, sondern die – vor allem Príncipe – auch körperlich in der Lage sind, mit mir diesen Weg zu gehen.

Nur verlor ich meine Intuition. Verlor! Vergangenheit. Einer der Bausteine sie wiederzufinden war Bent Branderup in seinem Kurs. Auch er bereitete den Weg zurück, zu meinem Ursprung. Somit bin ich guter Dinge mich, größtenteils autodidaktisch, auf den Spuren von Pluvinel zu befinden, der von allen immer noch mein größtes Vorbild ist.

Pferd und Reiter gelassen in ihrem Können - das ist die Kunst Monsieur de Kraut (mit freundlicher Genehmigung der bayerischen Staatsbibliothek)

Locker aus der Hüfte reiten – das ist die Kunst
Monsieur de Kraut
(mit freundlicher Genehmigung der bayerischen Staatsbibliothek)

Mehr über den Kurs ist bei Anna Eichinger zu erfahren:

http://annaeichinger.com/branderupkurs-oktober2015/

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