Mein Tag bei der Finca Montana-Ventoso oder: ich kann’s noch!

Iris Ambros mit Elena. Danke Iris, dass ich dieses wundervolle Pferd reiten durfte.

Iris Ambros mit Elena.
Danke Iris, dass ich dieses wundervolle Pferd reiten durfte.

Zum ersten Mal nach gefühlten 100 Jahren, in Wirklichkeit dürfen es so 6 – 7 Jahre gewesen sein, ritt ich wieder. Lange Krankheit und meinen Squire verpasst, der in der Zwischenzeit untrainiert zu alt zum Reiten geworden ist, ließen mich auf dem Boden bleiben. Er ist nun 33 Jahre alt. Mein Kleiner ist noch zu jung, 3,5 Jahre alt, das Baby. Und mein Gewicht, dass ich durch das Nichtstun bekommen habe, empfinde ich ebenfalls als Handicap. Ich arbeite daran, was für eine Frau meines Alters gar nicht so einfach ist, doch es wird immer besser. Nicht, dass ich schwerer wäre, als ein erwachsener Mann, aber schließlich will man auf dem Pferd wie eine Elfe aussehen und nicht wie ein deplatzierter, gutgenährter Hobbit…

Über Facebook lernte ich Iris Ambros der Finca Montana-Ventoso kennen. Da stand mein Plan gleich schon fest: DAS ist genau das Richtige, um sich nach so langer Zeit wieder auf’s Pferd zu setzen, vor allem weil dort die Voraussetzung am besten war, dass ich und das Pferd uns verstehen. Eine liebe Freundin bot mir natürlich auch an, ihre Pferde mal zu reiten, doch sie ist eine erfolgreiche Springreiterin, und ich würde einfach danach falsch auf ihre Pferde einwirken. Schlecht für die Pferde, schlecht für meine Freundin, schlecht für mich.

So fand ich dann in Iris, dass wir nahezu den selben Pferdeherzschlag haben. Und nach langem Wetterhinundher war es endlich soweit, und ich fuhr recht aufgeregt nach Weissenhaid bei Weissenstadt. (Liebe Unternehmer, falls jemand von Euch das liest, investiert mal in die Gegend, hier findet Ihr die Fachleute, die woanders so dringend gesucht werden.)

Empfangen wurde ich in einem bezaubernden Wohnzimmer, ganz nach meinem Geschmack. Beim Kaffee tauschten wir uns aus und legten die Richtung fest.

Dann ging es in den Stall und „mein“ Pferd wurde gesattelt. Ihr seht es auf dem Foto oben. Hier, liebe Iris, danke ich Dir für das Vertrauen in mich diese wunderschöne und so gut ausgebildete Stute reiten zu dürfen.

Ein Stall voller Schätze

Ein Stall voller Schätze

Sehr sympathisch war, dass wir eine Aufstieghilfe benutzten. Sie hat einfach zu viele Vorteile, um sie nicht zu nutzen. Und noch ein Wort zum Sattel: es war ein Wintec Isabell Werth. Ich bin selten einen Sattel geritten, in dem man so tief und definiert saß. Man sitzt in ihm so, wie man es sich vorstellt, in einem Barocksattel zu sitzen. Nur die Kniepauschen werden wir das nächste mal wegmachen, da Iris Elfe, ich Hobbit.

Und da saß ich also nach langer Zeit wieder auf dem Pferd. Und: mein Körper setzte sich von ganz alleine richtig hin. Ich spürte im Schritt die Bewegungen der Stute, den Schwung des Rückens. Sehr ungewohnt. Ich bin mal gespannt, wie sich Príncipe anfühlen wird. Bin ich doch Vollblutaraber gewohnt.

Iris gab mir keinen Unterricht, sondern ließ mich machen. Es war herrlich. Wendungen, Traversalen in den Grundgangarten, Versammlungen. Ich hatte nichts verlernt, alle meine Stärken waren noch da – und auch die Schwächen, wie angaloppieren aus dem Stand auf der linken Hand. Elena, so heißt das Zaubertier, verstand mich. So konnte ich sogar Piaffe und Passage mit ihr reiten. Wenn etwas nicht klappe, sagte ich Iris, was ich falsch machte, sie gab mir kleine Korrekturen und Verbesserungen.Von unten sah es bestimmt nicht so gut aus, wie es sich von oben anfühlte, und es gibt sicherlich Abzüge in der B-Note, aber das war nicht wichtig. Wichtig war, dass ich mein Selbstgefühl auf dem Pferd nicht verloren hatte, trotz lange Zeit, trotz Gewicht, trotz Unkenrufe.

Doch meine Fitness ist dahin. Man merkt halt einfach, wenn man nicht die richtigen Muskeln trainiert. Auch hier muss ich bis zum Sommer noch einiges tun. Aber ich werde sowieso mit Príncipe langsam anfangen, so trainiere ich uns beide.

Der Tag hielt, was er versprach. Wir saßen danach noch lange zusammen, fachsimpelten dann auch mit Wolfgang Rubner, welcher noch dazukam. Kaffee und Kuchen, Pferdegespräche, was will man mehr?

Zum Schluss stießen wir stilgerecht mit einem Sherry auf den wunderschönen Tag an: ¡Salud

Entspannung ist wichtig.

Entspannung ist wichtig.

 

Links:

https://www.facebook.com/finca.montanaventoso

Wolfgang Rubner,
Weissenhaid 14 A,
95163 Weissenstadt
Tel: 015144510201 oder über Facebook PN  oder wrubner@gmx.net

https://www.facebook.com/groups/1404519049799557/

 

 

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