Wie man sich bettet…

Nun haben wir den wunderschönen Stall und eine Boden aus Gummimatten (wird bestimmt auch mal ein Blogpost). Welche Einstreu nehme ich nun? Alles was mit Holz zu tun hat, habe ich ausgeschlossen: zum einen, weil Squire vor sehr langer Zeit einmal eine Kolik bekam, weil er das Zeug gerne frisst, zum anderen, weil es noch Terpentin enthalten kann. Es ist zwar nicht viel Terpentin im Holz, dennoch zeigt es Wirkung, wenn die Pferde jahrelang auf einer solchen Einstreu stehen.

Also was aus Stroh. Letztes Jahr habe ich die Reformtaler der Firma Hoeveler verwendet.

Vorteile: saugfähig, bilden eine kompakte Matratze, leicht zu händeln.

Nachteile: wie der Name schon sagt, sind sie handflächengroße Taler, d.h. das Misten ist eine Geduldsspiel, bis sie sich aufgelöst haben. Wie sich zeigte, ist das praktisch nie. Immer ist noch ein Taler dazwischen, und kaum sind sie fast alle zerfledert, streut man einen neuen Sack schon nach. Und sie sind wirklich sehr teuer. Dieses Jahr kam ja Príncipe dazu, also noch ein Verbraucher mehr.

Somit begann eine Suche nach einer Alternative. Einen Probesack kleiner Strohpellets habe ich mir von der Raiffeisen geholt, immer noch nicht so günstig, wie ich wollte, aber doch schon besser. Nur: die Dinger waren nicht behandelt und schimmelten schon nach kurzer Zeit im offenen Sack. Abgehakt.

Verbraucht wenig Platz, sauber und leicht zu händeln. Hippo Gold

Ganz davon abgesehen, befürchte ich, dass diese kleinen Strohpellets von den Pferden gefressen werden und dann Probleme machen. Also den Rechner angekurbelt und die Suche im Internet fortsetzen. Gestoßen bin ich dann auf „Hippo Gold“, behandeltes und sehr klein gehäckseltes Stroh, lose und nicht in Pelletform. Weil ein ganzer Fertigungsschritt fehlt, war dies das Günstigste, was ich an behandelter Einstreu aus Stroh gefunden habe. Ich habe eine Palette bestellt und getestet.

Geschüttelt – nicht gerührt!

Vorteile: leicht zu verteilen und von Anfang an leicht zu misten. Es riecht ausgesprochen gut. Und weil es von Anfang an offen ist, legen sich die Pferde auch gleich drauf, sie genießen es regelrecht. Guter Preis. Und ich brauche davon viel weniger also von den Reformtalern, um eine Box wirklich voll zu machen. Auch das schlägt sich dann in den Kosten nieder.

Nachteile: Es bildet nicht eine solche kompakte Matratze wie die Reformtaler, stört mich aber eigentlich nicht wirklich.

Hellt die Box auf.

Pro Box verwende ich zur Ersteinstreu, wie empfohlen, 3 Ballen, das sind 60 kg Einstreu. Je nach Pferd und Aufenthalt im Stall streue ich einen Ballen nach. Wenn die Pferde die ganze Zeit drin sind, im Schnitt einen Ballen pro Woche und Pferd. Die Fressrate spielt allerdings eine nicht unerhebliche Rolle.

Zufrieden mit dieser Einstreu habe ich letztendlich 2 Paletten nachbestellt.

 

 

 

 

Problem gelöst – neues Problem gekommen:

Wie schon erwähnt, Stroh fressen die Pferde natürlich. Weil es sehr trocken ist, nicht in großen Mengen, aber dennoch. Die Lösung kommt im nächsten Blogbeitrag.

 

 

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Der neue Stall

Alle Mühe hat sich gelohnt.

Ein Jahr ist der neue Stall nun alt. Vielleicht sollte ich besser sagen: die neue Stalleinrichtung. Sie hat nun einen Winter und eine Sommer überstanden.

Nach fast 40 Jahren war es letztes Jahr Zeit, den Stall komplett neu einzurichten. Lange haben wir hin und her überlegt, Preise verglichen – und Qualitäten. Die Wahl ist dann auf die Firma Sulzberger gefallen. Die Verarbeitungsqualität, hier besonders die Schweißnähte haben uns am besten gefallen (als Maschinenbauingenieuse guckt frau halt doch auf sowas).

Alles musste raus: Wände, Verankerungen, Leuchten, Wasserrohre und Tränken – es blieb nur der Gummiboden und die Stützen

Zuerst hieß es entkernen, das alte Zeugs musste raus. Danach saubermachen. Ihr wollt nicht wissen, wie der Hof in der Zwischenzeit aussah. Auf dem Foto kann man sehr schön den Stallboden aus Gummi sehen, den wir bereits einige Jahre zuvor verlegt hatten. Einen Erfahrungsbericht schreibe ich auch noch mal darüber.

Dann endlich haben wir mit Freunden die neue Einrichtung installiert. Ich ließ die armen Männer nicht eine Sekunde aus den Augen – zu ihrer großen Freude! *grins* Aber alles sollte perfekt werden.

Es wurde alles perfekt! Es wurde der schönste Stall, den ich je in echt gesehen habe. Er ist nach den Richtlinien der FN gebaut, also pferdegerecht.

Besonderheiten:

– Was ich selber nicht mitgeordert hätte, aber auf die Anregung meines Mannes doch tat, war der Sichtschutz, welcher die Pferde ohne Sichtkontakt zu den anderen fressen ließ.

– Drehbare Futtertröge. Hiervon riet der Stallbauer ab. Er meinte, das Füttern dauert zu lang, die Pferde scharren ungeduldig. Mag sein, aber ich habe keinen Reitstall mit 20 oder mehr Pferden. Die Wartezeit beschränkt sich also. Die Vorteile waren für mich überwiegend: so konnte auch ein pferdeungewohnter leicht die Tiere füttern. Wenn man einen Eimer voller Futter in den Trog kippt, muss man nicht in die Box. (Über die

DAS musste sein!

Fütterung alter Pferde kommt später auch noch ein Blogbeitrag.) Ich kann in Ruhe die verschiedenen Futtersorten im Trog mischen, bevor ich diesen in die Box klappe. Also wurden drehbare Tröge eingebaut.

– Messingkugeln. Zwar hohl, aber ganz aus Messing, nicht nur ein leichter Überzug. Musste sein, war klar.

All diese Features haben sich im letzten Jahr sehr bewährt.

 

Es ist eine Freude im Stall zu arbeiten und dabei spanische Konzerte zu hören.

 

Guten Morgen Süßies! (Na, Eva, was sagst Du zum neuen Stall?)

 

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Freundschaft

Kleine Freundschaftübung auf der Weide: Dein Pferd frisst in Deiner Nähe, weitab von den anderen Pferden, zu denen es jederzeit wieder laufen kann – und das ohne Leckerle. Es findet es schön, in Deiner Nähe zu sein.

Nun haben wir in den letzten Artikeln gesehen, wie man es nicht macht.

Peter Spohr, und er war nicht gerade zimperlich mit den Kavalleriepferden, schrieb:

„So viel steht fest: nur, wer sich mit dem Pferde auf den freundlichsten Fuss stellt, wird das meiste von ihm erreichen. Es ist der erste Schritt, auf seine Intelligenz zu wirken, seine Stärke sich untertänig zu machen. Wer auf Gewaltmittel allein baut, um sich ein Pferd zu unterwerfen, der kann und wird oft scheitern; alles erreichen, was erreichbar ist, wird er niemals!
Nur wer des Pferdes bester Freund ist, wird es auch zu seinem besten Freunde machen können, wenn er es sonst versteht. Die Zufriedenheit aber, welche ein solches Verhältnis in dem treuen Tier begründet, lässt es auch des deutschen Sprichwortes: Des Herrn Auge lässt das Pferd gedeihen! Er, der Herr, soll auch der liebevollste Wächter seines Wohles sein.“
Peter Spohr, Die Logik der Reitkunst, Dritter Teil, Die rationelle Korrektur schwieriger, verdorbener und bösartiger Pferde.

Wir sprechen also liebevoll die Intelligenz unsere Pferde an. Es gibt mittlerweile viele Ausbilder, die das machen. Linda Tellington-Jones was eine der ersten von ihnen. Ich hatte das Glück und habe sie mehrfach persönlich getroffen und von ihr lernen dürfen. Damals habe ich schon Squire danach angeritten und ausgebildet. Kommentar des damaligen Reitlehrers und Stallbesitzers in dem Squire stand: „Das ist der größte Schmarrn, die ich je gesehen habe.“ Klar, dass er mit nicht geholfen hat, ich machte also alles allein – und ich bin froh drum. Squire, Vollblutaraberhengst – der Inbegriff der Unbeherrschtheit, und ich ritten gemütlich am langen Zügel durch den Wald, während die anderen sich noch nicht einal trauten, ihre „Warmblutkracher“ vom Stall bis zur Halle zu reiten. Es hat schon seine Vorteile, ein besserwisserischer Einzelgänger zu sein.

Zurzeit lese ich das Buch „Pferde ausbilden mit dem Tellington Training“ von Linda Tellington- Jones und Andrea Pabel. Auch für bereits ausgebildete Pferde oder Pferde, welche sich Unarten angewöhnt haben, kann ich es nur empfehlen. Verrittene Pferde baut man von vorne neu auf und bildet gleichzeitig den Reiter mit aus, denn er ist die Ursache des Problems.

Príncipe ist erst zwei Jahre alt, vom Anreiten kann natürlich noch keine Reden sein. Aber seine Intelligenz kann ich ansprechen. Den Spaß, mit mir was zu unternehmen, die Freude, eine Aufgabe zu lösen, Vertrauen aufbauen und als Freunde eine gute Zeit miteinander zu verbringen.

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Nannte Steinbrecht sie nicht Blender und Tölpel?

„Rollkur“, „Hyperflexion“, „LDR“.
Die gesundheitlichen Schäden sind bekannt und ich will hier nicht auch noch darauf eingehen.
Schon immer haben Menschen versucht, Pferde durch irgendeine schnelle Methode zu Leistungen zu bringen. Auch dieses extreme Überzäumen ist nicht neu. Immer wieder ist man auf den richtigen Pfad zurückgekehrt, weil es nicht nur die Tiere verbraucht (man verzeihe mir dieses Wort, aber früher war man in Kavallerie und Selbstverteidigung auf die Pferde angewiesen), sondern auch weil es schlicht und ergreifend nicht zielführend ist.

Dr. Reiner Klimke: „Das tötet jeden Drang nach vorne, so kann man ein Pferd abrichten und gehorsam machen, aber die Geschmeidigkeit geht verloren. Der Rücken ist fest, die Hinterhand ist hoch, es geht alles auf die Vorhand. Wer meint, er könne ein Dressurpferd ausbilden, in dem er ihm den Kopf herunterzieht, der wird mit diesem Bild enden. Das ist falsch.“ mehr

Für mich sind solche Reiter Stümper, so wie sie von jeher von den wahrhaft großen Meistern bezeichnet werden.

Also, Ihr Stümper, Ihr denkt Ihr seid die Besten hier,
aber die Mädels hinter den Bergen
mit ihren kleinen Pferden
reiten tausendmal besser als Ihr!

(Das Video bis zum Ende ansehen!)

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Habe ich wirklich so lange geschlafen?

DAS wollt Ihr Euren Pferden nicht wirklich antun.

DAS wollt Ihr Euren Pferden nicht wirklich antun.

„Das Pferd muss so fein an den Zügelhilfen gehen, dass allein das Gewicht des Zügels ausreicht um es in die Versammlung zu bringen.“ Dieser Satz hat mein Reiterleben begleitet und obwohl er sich gleichsam in meine Seele brannte, ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, wer ihn zu mir sagte.
Für mich war er der Schlüsselsatz in der hohen Kunst der Reiterei. Zügelziehen galt als barbarisch. Doch welche Bildern kann man nun im Internet sehen? Ich bin entsetzt. Habe ich wirklich so lange geschlafen? Was ist da nur passiert?

Da wird ein Dressurreiter angeklagt, weil sein Pferd mit heraushängender, blau angelaufener Zunge auf dem Abreiteplatz zu sehen ist (Smartphones und youtube sei Dank!)
Was ist nur aus den „feinen Zügelhilfen“ geworden?

Ich habe mal recherchiert:
„So blieben die Zügelkräfte bei Iberischen- oder Westernreitern fast immer unter dem Messwert von 1 kg und schnellten nur bei ganzen Paraden kurzfristig auf 2–5 kg. Hingegen wurden bei manchen Dressurreitern schon im Schritt dauerhafte Kräfte um 2 kg gemessen. In verschiedenen Lektionen und bei ganzen Paraden herrschten Kräfte bis zu 12,5 kg und mehr pro Zügel. Diese Kräfte präsentierten sich nicht als gleichmäßige Anlehnung, sondern traten in Spitzen auf, die sich in Abhängigkeit der Geschwindigkeit und dem Rhythmus der Gangart änderten. CLAYTON et al. (2003) stellten fest, dass ein gleichmäßiger Zügelzug vom Reiter niemals zustande kam und auch WITZMANN (2007) zeigte, dass die vom Reiter gefühlte gleich große Kraft immer zu einer asymmetrischen Lage des Gebisses im Pferdemaul führte.
STAHLECKER (2007) fand heraus, dass unserem Auge der Zügel schon gestreckt und in Anlehnung stehend erscheint, wenn dieser vom Reiter noch gar nicht aktiv in Spannung gehalten wird. Stellt der Reiter aktiv eine feine Zügelanlehnung her, indem er diesen nur gerade straff hält, wird die Zunge schon mit mehr als 4 kg belastet.“
Aus: „Darstellung der Lage verschiedener Trensengebisse im Pferdemaul bei Einwirkung unterschiedlich starken Zügelzuges am gerittenen Pferd im Halten“ von Friederike Uhlig

Auch der erwähnte Fritz Stahlecker hat diese Zügelkraft nachgemessen: „Wie straff dürfen die Zügel sein. Fritz Stahlecker über die korrekte Einwirkung der Reiterhand“ (Copyright Reiterjournal)

„12,5 kg pro Zügel“ d.h. 25 kg auf die Zunge! Die Autorin hat kg (Masse) als Einheit gewählt, weil wir uns das besser vorstellen können als Newton (Kraft), genau sind es also 245,25 N.

Durch diese Belastung unterbindet der Reiter die Durchblutung der Zunge. Welche Folgen dies hat, ist in dem Buch: „Das Phänomen Francois Baucher“ von Dr. med. vet. Robert Stodulka dargestellt. Die Fotos sind nichts für schwache Nerven.

Ich will davon ausgehen, dass es bei den „Kraftreitern“ einfach Unwissenheit ist, dass sie dann verwundern lässt, warum sich ihr Pferd auf die Zunge beißt oder diese blau angelaufen ist und kraftlos aus dem Maul hängt.
Hier ist ganz klar Aufgabe der FN dem einen Riegel vorzuschieben.

Nun sind diese Reiter zugleich aber auch Vorbilder für viele andere, welche nicht unter Betreuung und Beobachtung stehen. Da liest man dann in Foren: „Hilfe, mein Pferd lässt die Zunge beim Reiten raushängen“ und dergleichen. Wir wissen nun warum.

Das man heutzutage auch ohne Gewalt im Turniersport Erfolg haben kann, habe ich hier gefunden: http://www.gutrothenkircherhof.de/index.php

Was war nur mit unserer Reiterei passiert? Ergebnisse meiner Recherchen folgen. Steinbrech, zieh dich schon mal warm an!

Unsere Vorbilder damals:
Dr. Reiner Klimke

Die Mär vom Leithengst

Squire und Príncipe entspannt beim Beobachten der „Herde“

„In der Regel bleiben Stuten in einer Gruppe zusammen, junge Hengste werden dagegen mit dem Erreichen der Geschlechtsreife vom Alphatier (stärkster Hengst) aus der Herde vertrieben und bilden dann Jungverbände. In diesen messen sie ihre Kräfte gegeneinander, um eines Tages eine eigene Herde zu erobern, indem sie den Leithengst zu einem Kampf herausfordern und besiegen. Vielfach leben ausgewachsene oder ältere Hengste auch als Einzeltiere.“ Zitat wikipedia, 05.10.2012

Noch immer gibt es die Mär vom Leithengst. Das kommt wohl aus den vielen Western, in denen ein Mann nur dann ein Mann war, wenn er den „Leithengst“ gezähmt, genauer: gebrochen, hat.

Leider gibt es keine natürlichen Pferdeherden mehr, es ist schwierig zu sagen, in welcher Größe sich die Herden bilden. Ich gehe davon aus, dass es Wanderzeiten gab, in denen sich kleine Familiengruppen zusammengeschlossen haben und sich bei Ankunft wieder trennten.

Jeder, der mit Pferden auf Koppeln lebt, weiß um Freundschaften und Bindungen. Unser Leittier leitet also nicht eine Herde von tausenden von Tieren, sondern eine relativ kleine Gruppe.

Zurück zum „Leithengst“: Erstens einmal „leiten“ Hengste nicht. Das macht die Leitstute. Meist ein älteres Tier und bei weitem nicht das stärkste. Erfahrung spielt hier eine große Rolle. In meiner kleinen „Herde“ aus 3 Stuten ist es Squirell, eine 28 Jahre alte Vollblutaraberstute. Unser Feenkind ist wesentlich jünger, stärker, größer. Dennoch ist Squirell immer noch die Nummer eins.

Hengste leiten nicht, aber sie halten die Herde bei Fluchtsituationen zusammen, verteidigen sie. Das ist eine sehr anstrengende Aufgabe und das Tier in dieser Position kommt wenig zum Fressen. Daher begleiten oft Junggesellengruppen oder auch Einzelgänger von Weitem die Herde und warten auf ihre Zeit um den erschöpften Hengst abzulösen, welcher sich nach seinem Job wieder aufbaut. (In Ermangelung eines männlichen Verteidigers sah ich einmal Squirrel diesen Job machen, als zwei große, streundenen Hunde aus dem Dorf die Stuten in bester Wolfsmanier anschlichen. Squirrel vertrieb sie mit gefletschen Zähnen. Der Hundebesitzer, der eilig auf Anruf kam, war schon besorgt um seine Tiere, ob des großen, bösen, weißen Hengstes. Einer Gruppe Jäger erging es ähnlich, als sie ohne Ankündigung mit ihren Hunden über die Koppel gehen wollten. Später wurde ich immer vorher kontaktiert um den großen, weißen Hengst wegzusperren. – Squirrel ist zwar als Schimmel weiß, aber sie hat ein Stockmaß von 148 cm, von „groß“ also keine Rede. Es war wohl wie bei Asterix, sie war in der „Überzahl“ *grins*)

Dabei muss man wissen: Der Hengst erobert nicht die Herde, sondern den Job. Die Herde, sprich die Leitstute, duldet ihn oder auch nicht.

Unter den Hengsten, welche auf dem Hof meiner Eltern waren, gab es dicke Freundschaften, aber auch gefährliche Feindschaften. Egal, ob die Stuten in der Nähe waren oder nicht. Es gab Hengste, die von den Stuten geduldet wurden, und solche, die sich noch nicht einmal auf 20 m nähern durften.

Meine beiden Hengste, Squire und Príncipe, verstehen sich sehr gut und schmusen sogar miteinander. Das Verhältnis kam man durchaus als zärtlich bezeichnen. Dennoch hält der 31 Jahre alte Squire den Zweijährigen zähnefletschend auf Abstand, wenn direkt neben den Beiden die Stuten stehen. In den letzten Tagen konnte ich allerdings beobachten, dass Squire langsam entspannter wird.

 

Nachtrag 03.11.2012:

Squire hat sich so weit entspannt, dass es kein Zähnefletschen mehr gibt. Er hat verstanden, dass Príncipe keine Konkurrenz ist. Für mich ist das sehr erleichternd, denn es vereinfacht die Arbeit im Hof und Stall. Vielleicht hat es ja auch geholfen, dass ich ihm erklärte, dass es „seine“ Stuten sind (Männer brauchen wohl so was) und dass, falls Prínicipe jemals eigene haben sollte, dies von ganz anderer Art sein werden und damit nix für ihn sind.

Ich bin sehr beeindruckt von dem vorsichtigen Umgang Prícipes mit dem betagten Hengst, um dessen Gesundheit ich mir immer Sorgen mache.

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Die Apfelschleuder

Wir haben wunderschöne Äpfel und wollen sie an die Pferde verteilen, welche zusammen auf der Koppel stehn.

Problem: Neidisches Gerangel unter dem Geviech, Gedrohe, Getue. (Ihr kennt das.)

Lösung: DIE APFELSCHLEUDER.

Um Hunden eine Wurfball richtig weit werfen zu können, gibt es im Zoohandel so einen Wurfarm. Einen solchen habe ich mir besorgt, den Ball allerdings nie genutzt. Ich finde Tennisbälle für Hunde ungeeignet.
Aber für meine Äpfel hat das Ding genau die richtige Größe.
Wir stellen uns also an die Koppel mit unserer Schleuder und werfen die Äpfel hierhin und dahin. Und da hinten, der Kleine, hat auch noch keinen. WUSCHHHH, jetzt schon. Die Pferde sind mit Suchen beschäftigt, jeder bekommt seine Äpfel. Sie passen sehr genau auf, wo die Äpfel landen. Kein Gedrohe und Getue mehr.

Bewertung: Macht Spaß, ist entspannend für alle, Problem gelöst.

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Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Nun ist es soweit! Mein Blog zum Reiten, Pferdehaltung, Tipps und Tricks.

Nach fast 35 Jahren habe ich mir wieder ein Pferd gekauft. Nein, in der ganzen Zeit war ich nie pferdelos, nur, meine Pferde sind bei uns auf die Welt gekommen und wurden von mir ausgebildet. Es bestand nie die Notwendigkeit, mich aktiv umzusehen, was denn so ist.

Natürlich habe ich mich weitergebildet, gelesen, Kurse besucht, aber eben nur handverlesene Sachen.

Jetzt kam Príncipe ins Haus, ein 2 jähriger Andalusier, P.R.E. um genau zu sein. Ich interessierte mich nun dafür, was in der Pferdewelt draußen so vor sich geht. Und alles, was ich beobachte, welche Gedanken ich dazu habe, welche Erfahrungen, will ich in diesem Blog niederschreiben. Vielleicht finde ich damit Gleichgesinnte und Trolle J, vielleicht kann die eine oder andere von meinen Erfahrungen profitieren.

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